„Maria, die neue Eva“ bei den Kirchenvätern

03 August, 2019
Quelle: fsspx.news

Schon inmitten des 2. Jahrhunderts schreibt der hl. Justin (†165) über Maria: „Andrerseits wissen wir, daß er durch die Jungfrau Mensch geworden ist, damit auf dem gleichen Wege, auf welchen die von der Schlange verursachte Sünde ihren Anfang nahm, die Sünde auch aufgehoben werde. Denn Eva, welche eine unverdorbene Jungfrau war, gebar, nachdem sie das Wort der Schlange empfangen hatte, Sünde und Tod. Die Jungfrau Maria dagegen war voll Glaube und Freude, als der Engel Gabriel ihr die frohe Botschaft brachte... Und sie antwortete: ‚Mir geschehe nach deinem Worte!’“.

Für den hl. Irenäus (†202) ist das Jawort der Jungfrau Maria Teil des Heilsplans Gottes, in dem Christus die in Adam gefallene Menschheit „rekapituliert“, d.h. die gefallene Menschheitsfamilie unter ein „neues Haupt“ bringt. Diese „Rekapitulation Adams“ durch Christus ist dabei innig verbunden mit dem „Rückkreislauf“ von Maria zu Eva“: „das (durch Eva) Gebundene wird dadurch gelöst, dass die Bänder der Knoten zurückgeschlungen werden“. „Was die Jungfrau Eva durch Unglauben gebunden, das hat die Jungfrau Maria durch Glauben gelöst“. Hier eilt Maria der durch Eva vertretenen Menschheit zu Hilf und wird zu ihrer „Fürsprecherin“ wird.

Tertullian († nach 220) bringt Maria mit dem Glauben in Verbindung: „Eva hatte der Schlange geglaubt, Maria glaubte dem Gabriel. Was jene durch den Glauben verschuldet hat, hat diese durch den Glauben wieder gut gemacht.“

Auch der Kirchenlehrer Ambrosius (†397) kennt diese Gegenüberstellung und bringt sie in reichen Variationen: „Durch ein Weib kam Trübsal, durch eine Jungfrau das Heil (Ep. 42, 3). Vom Weibe ging die Torheit aus, von der Jungfrau kam die Weisheit (Luc IV, 7). Wie die Sünde vom Weibe ausging, so nehmen die Heilsgüter vom Weibe ihren Ausgang (Luc 11,28). Maria wurde heimgesucht, auf dass sie Eva befreite“. „Einer Wolke ähnlich ergoss Maria die Gnade Christi über die Erde… Den Schauer aus dieser heiligen Wolke haben unsere Väter als das Heil der Welt angekündigt... Dieser Regen löschte die Begierde Evas, diese Salbe tilgte die Makel der Erbsünde“.

Der hl. Beda (†735) stellt der Überheblichkeit Evas die Demut Mariens gegenüber, der hl. Johannes Damascenus (†749), schribt die Niederlage Evas der sinnlichen Verführungskunst Satans zu, den Triumph Mariens hingegen ihrer jungfräulichen Reinheit.

Den Namen Evas aufgreifend meint der hl. Chrysologus: „Die Frau wurde jetzt wirklich Mutter der Lebenden durch die Gnade, während sie zuvor durch die Natur Mutter der Sterbenden war“.

Der hl. Ephräm (†373) lässt die Neue Eva – über die Krippe ihres Sohnes gebeugt und durch die Vielfalt der Geheimnisse überwältigt – voller Staunen fragen: „Wie soll ich dich nennen, o uns Fremder, der einer aus uns geworden? Soll ich dich, Sohn' nennen, Bruder, Bräutigam, Herr, Erzeuger seiner Mutter, (in) einer andren Geburt, aus dem Wasser! Denn Schwester bin ich (dir), aus dem Hause Davids, der (für uns) zweiter Vater ist. Und Mutter bin ich, weil ich Dich im Schoß trug. Und Braut bin ich, weil du keusch bist…“