8. September – Fest Mariae Geburt

06 September, 2019
Quelle: FSSPX Spirituality
Die Geburt der Seligen Jungfrau Maria

Das Fest Mariä Geburt ist eines der ältesten Marienfeste überhaupt. Sein Termin bestimmte das jüngere Fest der Unbefleckten Empfängnis am 8. Dezember.

Das Geburtsfest Mariens steht wahrscheinlich in Zusammenhang mit dem Weihefest der Annakirche in Jerusalem, die im 5. Jahrhundert am angeblichen Ort des Geburtshauses Mariens erbaut worden war. Um das Jahr 500 existieren bereits Hymnen zum Fest der Geburt Mariens, was auf eine tiefe Verwurzelung im Glauben des Volkes schließen lässt. Im Westen lässt sich das Fest im 7. Jahrhundert in Rom nachweisen und es wurde um 700 durch Papst Sergius I. durch eine Prozession ausgezeichnet. Spätestens im 10./11. Jahrhundert breitet es sich in der ganzen katholischen Kirche aus. 

Im liturgischen Festkreis werden nur drei Geburtsfeste gefeiert, die Geburt Jesu, die Geburt Johannes des Täufers (24. Juni) und eben die der allerseligsten Jungfrau und Gottesmutter Maria. Wenn die Kirche entgegen ihrer Gewohnheit - nämlich den Todestag eines Heiligen zu feiern - bei Maria auch deren Geburtstag begeht, dann tut sie es, weil sie zutiefst davon überzeugt ist, dass Maria schon von ihrer Geburt an die Heiligkeit in sich trug. Wir ehren Maria als die Unbefleckte Empfängnis. Sie ist der einzige Mensch, den Gott von der Empfängnis an von der Erbsünde bewahrt hat.

Der heilige Augustinus hielt zu diesem Fest eine berühmte Predigt: „… Der ersehnte Festtag der heiligen, ehrwürdigen, allzeit reinen Jungfrau Maria ist uns erschienen. Darum freue sich in höchster Wonne unsere Erde, die durch die Geburt einer solchen Jungfrau verherrlicht wurde. Sie ist die Blume des Feldes, aus der die köstliche Lilie des Tales hervorsproßt, durch deren Geburt die Natur der Stammeltern umgewandelt und die Schuld getilgt wird. Bei ihr wurde der unselige Spruch über Eva aufgehoben, der lautete: An Schmerzen wirst du deine Kinder gebären; denn sie hat in Freuden den Herrn geboren.

Eva war voll Trauer, Maria voll Wonne. Eva trug Tränen, Maria trug Freude in ihrem Schoße; denn jene gebar einen sündigen Menschen, diese dagegen den Makellosen. Die Mutter unseres Geschlechtes brachte Strafe über die ganze Erde, die Mutter unseres Herrn brachte das Heil in die Welt. Eva ward die Urheberin der Sünde, Maria die Urheberin der Belohnung. Eva brachte den Tod und damit Verderben, Maria brachte das Leben und damit Segen. Jene hat uns verwundet, diese hat uns geheilt. An die Stelle des Ungehorsams tritt der Gehorsam, an die Stelle der Untreue die Treue. … Die Schuld der immer mehr anwachsenden Sünde hat die neue wunderbare Geburt aufgehoben, das Klagelied Evas hat der Freudengesang Marias abgelöst.“

Der Hl. Papst Pius X. lehrt uns: „Am Fest der Geburt der allerseligsten Jungfrau Maria sollen wir vier Dinge tun: 1. Gott danken für die einzigartigen Gaben und Vorrechte, mit denen er sie vor allen Geschöpfen ausgezeichnet hat; 2. ihn bitten, daß er durch ihre Fürbitte in uns das Reich der Sünde zerstöre und uns treu und standhaft mache in seinem göttlichen Dienst; 3. die Heiligkeit Mariens verehren und sie wegen ihrer Erhabenheit seligpreisen; 4. trachten, sie nachzuahmen in der sorgfältigen Bewahrung der Gnade und in der Übung der Tugenden, besonders jener der Demut und der Reinheit, durch die sie würdig wurde, Jesus Christus in ihrem reinsten Schoß zu empfangen.“