Bischof de Galarreta im Interview nach seiner Wahl zum 1. Assistenten

2018
Quelle: fsspx.news

Der Tag neigte sich schon dem Ende zu, als sich der neue Generalobere der Priesterbruderschaft St. Pius X, Pater Davide Pagliarani, und die 40 anderen Kapitulanten entschlossen, auch noch die beiden Generalassistenten zu wählen.

Zum Ersten Assistenten wurde der Spanier Bischof Alfonso Galarreta, Weihbischof der Priesterbruderschaft, gewählt. Er ist 61 Jahre alt und wurde 1980 in Buenos Aires in Argentinien, wo er einige Zeit lebte, zum Priester geweiht. In der Vergangenheit wirkte er als Regens des Seminars Unsere Liebe Frau „Miterlöserin“ in La Reja, Argentinien, und als Oberer des autonomen Hauses von Spanien und Portugal. Von 2002 bis 2006 war er 2. Assistent der Priesterbruderschaft. Bis jetzt hatte er seine Wohnsitz im schweizerischen Genf

Direkt nach der Wahl hat S.E. Bischof de Galarreta für fsspx.news einige Fragen beantwortet. 

 

Der neue, erweiterte Generalrat

Fsspx.news: Sie sind schon einmal ein Assistent des Generaloberen gewesen …

Bischof de Galarreta:So ist es. Ich war vier Jahre lang Assistent. Zum Ende der vorangegangenen Wahlperiode. Anders gesagt, vor zwölf Jahren wurde ich für vier Jahre zum Assistenten ernannt, während ich gleichzeitig Distriktoberer von Spanien war.

Fsspx.news: Welche weiteren Ämter haben Sie in der Priesterbruderschaft St. Pius X. eingenommen?

Bischof de Galarreta:1985 wurde ich zum Distriktsoberen von Argentinien, Südamerika und Zentralamerika ernannt, dann zum Oberen des autonomen Hauses in Spanien; und dann zweimal zum Regens des Seminars in La Reja [Argentinien], - wohl eher um es zu reparieren, wenn man das so sagen kann … Und seitdem bin ich wohnhaft in Genf, wegen der vielen Reisen (die ich durchführe) als Bischof und auch im Rahmen meines Amtes als der für die Ordensleute zuständige Bischof.

Fsspx.news: Welche Aufgaben haben sie hinsichtlich dieser Ordensgemeinschaften?

Bischof de Galarreta:Es handelt sich hierbei um Männer- bzw. Frauenorden des kontemplativen oder aktiven Lebens …, insofern diese Orden selbst eine kirchliche Autorität benötigen und darum bitten. Es ist deshalb ein eher breit gefächertes Amt, welches sehr interessant ist, da sich diese Gemeinschaften so gut wie überall in der Welt vermehren. Und zu sehen, dass die Tradition weit verbreitet ist und immer stärker wird, ist sehr tröstlich. Um nur ein Beispiel zu nennen, hat es in den letzten Jahren einen erfreulichen Zuwachs von kontemplativen Berufungen gegeben. Überall … Karmeliter-, Dominikaner-, Franziskaner- und Benediktinerschwestern …

Fsspx.news: In welchen Ländern sind Sie alles gewesen, und welche davon sind Ihnen besonders in Erinnerung geblieben?

Bischof de Galarreta:Alle Länder? Die alle aufzuzählen würde zu lange dauern, denn wir reisen überall hin. Und das Amt der Bischöfe [der Priesterbruderschaft St. Pius X.] ist nicht auf ein Gebiet beschränkt, sondern wird überall dort ausgeführt, wo es die Tradition gibt, d. h. auf allen fünf Kontinenten.

Ganz allgemein gibt es eine Sache, die mich immer wieder beeindruckt: Überall denselben Glaubensgeist, den katholischen Glauben, die Liebe zur Tradition vorzufinden. Wir wissen nur allzu gut, dass wir nicht überall die Sprache beherrschen; die Gebräuche sind allesamt unterschiedlich, sei es in Mexico, Europa, Korea oder Indonesien, - allerorts findet man unter den Gläubigen denselben katholischen Geist, dieselbe Liebe zum Glauben, zur Heiligen Messe, der Allerheiligsten Jungfrau Maria …

Ein besonderer Vorfall, der mir in diesem Zusammenhang ganz besonders im Gedächtnis blieb, ist der, als eines Tages eine ältere mexikanische Dame mit weißem Haar, eine Indianerin, sich niederkniete um meinen Bischofsring zu küssen und mir dann anschließend die Füße küsste. Ich war völlig perplex. Sie küsste meine Füße. Dann fiel mir ein: „Wie lieblich sind auf den Bergen die Füße der Frohboten!“ Und zwanzig Jahre später, als ich mich schon nicht mehr erinnerte, wo das geschehen war, begegnete ich ihr wieder und sie tat das Gleiche wieder!

Mich beeindruckt und ermutigt am meisten, überall diesen Glaubensgeist zu sehen, und wie unsere Gläubigen stets bei uns danach suchen: Dieser katholische Geist, der Geist der Kirche, bis zu dem Punkt, die Füße des Predigers zu küssen. Das tröstet mich wirklich am meisten.

Übesetzung des Videos in Französisch.