Das Schwert des Leidens in der Hand des heiligen Josef

14. März 2020
Quelle: fsspx.news

„Steh auf und nimm das Kind und seine Mutter und fliehe nach Ägypten: und sei dort, bis ich es dir sage. Denn es wird geschehen, dass Herodes das Kind suchen wird, um es zu vernichten (Mt 2,13)“. Diese Ankündigung mitten in der Nacht, einige Monate nach der Geburt Christi, war für Josef ein schrecklicher Schock.

So endeten abrupt die Weihnachtsfreuden und die Prophezeiung Simeons begann sich zu erfuellen, daß „dieses Kind gesetzt ist zum Fall und zur Aufserstehung vieler in Israel und zum Zeichen, dem man widersprechen wird; und deine eigene Seele wird ein Schwert durchbohren, damit die Gedanken vieler Herzen offenbar werden (Lk 2,34)“.

Maria, die ganz reine Opfergabe, konnte ebensowenig wie Christus, sich selbst als Opfer vernichten. Der Vater, der seinen Sohn auf die Erde schickte, um geopfert zu werden, sandte Joseph, um das Herz Mariens mit dieser Botschaft zu durchbohren, mit der eine lange Reihe von Leiden begann. Der heilige Josef wusste, was er tat, als er Maria und ihr Kind aufweckte. Er konnte er bereits die Trauer in ihren Augen sehen und den brennenden Schmerz des Schwertes vorhersehen, das er durch ihr Unbeflecktes Herz stoßen musste. Es gab keine andere Moeglichkeit, denn Gott hatte es durch seinen Engel befohlen. Ausserdem war es hoechste Zeit, denn die Männer des Herodes würden bei Tagesanbruch bereits unterwegs sein.

Den Sorgen und Schmerzen einer langen Reise folgten die Schwierigkeiten des Lebens und der harten Arbeit in einem fremden Land. Das Schwert, das Joseph in das Herz Mariens stossen musste, durchbohrte ständig in sein eigenes. Die Schwierigkeit, für Maria und Jesus angemessen sorgen zu koennen, war seine tägliche Trauer. Die Schmerzen, die sie ertrugen, weil sie sich außerhalb des Landes Israel befanden, vermehrten ständig seine Leiden. Inmitten dieser Pein war er nicht allein: er litt in der Gesellschaft von Jesus und Maria, und sie litten alles mit ihm. Er wusste, wem er diente, und dieser Dienst, sei er auch in der größten Trauer, ist Freude und Frieden.

Und so ist es auch bei uns. Als Gefährten Jesu und Marias treiben wir das Schwert der Trauer in ihre Herzen, nicht durch Prophezeiungen, sondern durch unsere Sünden und Nachlässigkeiten. Und sollten wir davon frei sein, so sind wir glücklich, mit Jesus und Maria die Leiden zu teilen ob der Verleugnungen, Sünden und Gleichgültigkeit der Welt.

Um den heiligen Josef nachzuahmen, wollen wir diese Sorgen in drei Punkten bereitwillig teilen: 1) Viele unserer Leiden kommen von den Menschen um uns herum. Lasst uns nicht klagen, sondern bereitwillig die Last mit Ergebung tragen.

2) Viele unserer Leiden kommen von unseren eigenen Sünden und Nachlaessigkeiten. Dies soll uns nicht überraschen, sondern wir sollen sie tragen im Wissen, dass wir allein durch Geduld unsere Seele retten werden.

3) Die Interessen und die Gedanken Gottes müssen unsere eigenen sein. Gott aber will die Erlösung und Heiligung aller. Lasst uns daher auf die Sünden der Welt reagieren mit aufrichtigen Gebeten für die Rettung der Seelen.

Heiliger Joseph, stiller Zeuge der Leiden Jesu und Mariens, bitte für uns! Lass uns arme Sünder rufen: Ave Maria!