Die Erwartung der allerseligsten Jungfrau

19. Dezember 2020
Quelle: fsspx.news
Unserer Lieben Frau von den O - Dom von Córdoba

Das Fest der Erwartung der seligen Jungfrau Maria verdankt seinen Ursprung dem 10. Konzil von Toledo im Jahr 656.

Da das freudenvolle Fest Mari Verkündigung am 25. Mrz fast immer in die Zeit der Leidens und Sterbens unseres Herrn fllt, verlegten die Bischöfe Spaniens diese große Fest auf den 18. Dezember, um sowohl die Verkündigung als auch die göttliche Mutterschaft der seligen Jungfrau Maria zu feiern.

Später wurde der mozarabische Ritus wieder mit dem römischen Ritus vereinigt und das Fest fand in Spanien seinen alten Platz, nmlich den 25. März. Die Verehrung der Gläubigen war jedoch so groß, dass die Kirche am 18. Dezember, ein Woche vor Weihnachten, ein Fest unter dem Titel der Erwartung der Heiligen Jungfrau der Geburt des Heilandes einführte, das dem Gedenken an die Menschwerdung Christi und der Vorbereitung auf die Geburt Christi gewidmet war.

Es wird auch das Fest „Unserer Lieben Frau von den O“ genannt, wegen der großen Antiphonen, die die Kirche täglich vom 17. Dezember bis zur Weihnachtsvigil singt, die alle mit dem Ausruf „O“ anfangen (nach Dom Prosper Guéranger, Liturgische Institutionen).

„Expectatio“ bedeutet erwarten und ersehnen. In der Tat sind es zwei, die erwarten. Maria erwartet ihren Gott, ihr göttliches Kind. Sie ersehnt ihn in Frieden und Freude. Wahrlich, sie ist gesegnet in ihrer Erwartung. Mehr als alle Propheten wünscht sie sich diese Stunde der Befreiung, mehr als die Könige des Alten und Neün Testaments will sie ihren Sohn, ihren Retter, der verlorenen Welt schenken. Sie ersehnt die Stunde, in der er, der Herr und Meister, seine Türen öffnet: „Hebet eure Tore, ihr Fürsten, erhebet euch, ihr ewigen Tore, dass einziehe der König der Herrlichkeit!“ (Psalm 23)

Unser Herr Jesus Christus wartet auch auf der anderen Seite des Tores. Er wartet auf seine Stunde, wie er so oft zu sagen pflegt: "Meine Stunde ist noch nicht gekommen!" Mit welch unendlichem Verlangen seufzt und schmachtet er im jungfräulichen Schoß der Unbefleckten. Der Allgegenwrtige, hat sich in diesem unbefleckten Schosse zum Gefangenen der Liebe gemacht, der Ewige sich den Gesetzen von Raum und Zeit unterworfen.

Aber was sind während dieser Zeit der Erwartung die Gebete und Seufzer, die ständig aus dem Unbefleckten Herzen zum Himmel emporsteigen?

Es sind jene, die die Kirche seit den ersten Jahrhunderten in dieser Zeit des Wartens singt: „O Weisheit, o Adonai, o Zweig Isaias, o Schlüssel Davids, o Orient, o König des Universums, o Emmanuel! Komm und rette uns!“

Der Ausruf „O!“ wird oft als Einleitung zu Gebet und Bitte verwendet. Er drücktauch Erstaunen, Bewunderung und Schmerz aus. Erstaunen über die überraschte Natur, dass eine Jungfrau ohne Schmerzen gebären kann, Bewunderung der Engel und des heiligen Josefs vor diesen Geheimnissen der Gnade, und Seufzen der Kinder Adams, die in der Finsternis des Todes sitzen.

O Unbefleckte Jungfrau, gib uns die Sehnsucht, das Antlitz desjenigen betrachten zu dürfen, der die Schlüssel unseres Heils in den Hnden hält („Clavis David“). Erfülle Deine Kinder mit Deiner Liebe zum Emmanül, auf dass nichts sein Kommen in unsere Herzen verhindern könne.