Die Königin der Wüste

10. Oktober 2020
Quelle: fsspx.news

Die Jungfrau Maria ist die Königin der Wüste: „Quae est ista? Wer ist diejenige, die aus der Wüste aufsteigt und sich auf ihren Geliebten stützt?“ Schweigen der Bewunderung vor der Jungfrau Maria! Quae est ista? Die Schule des Schweigens beginnt mit Bewunderung.

Wenn wir sie betrachten, wenn wir sie anschauen, können wir nicht umhin, sie zu bewundern. Diese Bewunderung, die einer besonders hohen Form der Liebe entspricht, wird in uns zum Quell einer Zunahme der Gnaden, einer Zunahme des Schweigens sein.

Die Stille der Wüste… Sie ist es, die Jungfrau Maria, die in die Wüste gerufen wurde, um ihren Geliebten zu hören, um von ihm unterwiesen und erhöht zu werden. Sie ist wirklich die erste, die privilegierteste, diejenige, die vor allen anderen in die Wüste gerufen wurde. Sie war durch ihre unbefleckte Empfängnis völlig von der gesamten Schöpfung getrennt. Vor Gott ist die Jungfrau Maria die reine Empfaenglichkeit. In ihr gibt es absolut nichts, was dieses Eindringen in die Fülle Gottes verhindern kann. Sie ist wahrhaftig für Gott die vollkommene Wüste. Nichts in ihr steht im Gegensatz zu ihm. Diese Empfaenglichkeit fuer Gott ist eine Kraft, die ständig durch die göttliche Fülle bereichert wird: vom ersten Augenblick ihrer Empfängnis an ist sie die Fülle der Gnade. Sie ist von einem Grad der Gnade erfüllt, der den aller Heiligen und Engel zusammen übertrifft, und diese Fülle der Gnade hört nicht auf, ständig zu wachsen.

Dann wird sie auch körperlich zur Wüste, die von Jesus Christus erfüllt ist. Neun Monate lang trägt sie Ihn, der Gnade ist, physisch. Es gibt also wirklich in ihrer Seele jene Qualitäten der Wüste, die Jesus Christus dort ganz zu Hause machen. Sie ist nicht nur diejenige, die Gott in die Wüste ruft, sie ist wahrhaftig und sozusagen doppelt Wüste wegen ihrer Unbefleckten Empfängnis und wegen der Gegenwart des Gotteskindes in ihrem Schoß. Sie ist also wirklich diese vollkommene Wüste, in die der Ewige ganz eingehen kann.

Sie wird auf eine viel tiefere Weise unterwiesen und versteht ihn umso besser, als Gott zu Ihr als erste gesagt hat, dass er „sie in die Wüste locken würde, um zu ihrem Herzen zu sprechen, und zwar auf eine einzigartige Weise, da das ungeschaffene Wort, das Wort, in sie herabkam, um dort zu wohnen.“ Es war in der Einsamkeit, in der Stille, in der sie in großer Heimlichkeit empfangen hat. Sie ist der Tabernakel des Allerhöchsten Gottes. Eine der größten Gnaden, die man einem Menschen gewähren kann, ist es, diesen Marientempel zu entdecken und ihn zu betreten, um dort Jesus zu finden. Er lebt immer noch in Maria. Gott ist in ihr. Sie ist die Stadt Gottes, die Einzige, die Er erwählt hat. Er residiert in der Jungfrau Maria wie in seinem eigenen Tempel. Mutter des fleischgewordenen Wortes, der Geist ihres Sohnes ist ihr zu eigen gegeben in einer Weise, die sie zu seinem normalen und privilegierten Heiligtum macht… seiner Wüste. Sie ist die eigentliche und ueber alles geliebte Heimat ihres Sohnes!