Ein amerikanischer Bischof sieht die Kirche vor der Spaltung

2019
Quelle: fsspx.news

In einem 2018 in den USA erschienenen Interview-Buch erklärt der Bischof von Lincoln (Nebraska), wie man angesichts der „Unsicherheit und Verwirrung“ zu reagieren habe, die seiner Meinung nach „an den höchsten Stellen der Kirche“ herrschten. Ein Kapitel des Buches mit dem Titel „Geist, Herz und Seele: Intellektuelle und der Weg nach Rom“ ist einem Gespräch gewidmet, das Monsignore James Conley dem Professor Robert George von der Princeton-Universität gewährt hat.

 

Der Bischof von Lincoln ist innerhalb der amerikanischen Bischofskonferenz beauftragt für ein Komitee zur Förderung und Verteidigung der Ehe. Auf die Frage nach den Spaltungen, die augenblicklich in der Kirche sichtbar werden, antwortet er: „Es gibt gewichtige Stimmen, die lautstark eine Anzahl von grundlegenden Wahrheiten bezüglich Ehe und Sexualität in Frage stellen“. Monsignore Conley legt den Finger auf die Wunde: „Theologen, Bischöfe und Kardinäle“. Der Prälat erinnert daran, dass „selbst der Papst nicht die Macht besitzt, etwas aufzuheben, was in unfehlbarer Weise gelehrt worden ist“. In diesem Fall wäre es angebracht, auf den „sensus fidelium zurückzukommen, auf das beständige, gleichbleibende und wahrheitsgetreue Lehramt der Kirche.“

Für den Bischof von Lincoln kann gerade das Leben von Kardinal John Henry Newman eine wirkliche Hilfe sein, um die Rolle des Nachfolgers Petri, insbesondere unter dem augenblicklichen Pontifikat, zu begreifen: „Weil er (Newman) einen tiefen Respekt für das Papsttum hatte, wusste er auch, dass nicht alles, was aus dem Mund eines Papstes kommt, automatisch zum Glaubensgut (depositum fidei) gehört.“

Diese klare Stellungnahme von Monsignore Conley ist eine unter vielen Positionen, welche immer mehr Bischöfe bezüglich der Krise innerhalb der Kirche einnehmen und kommt dem nahe, was der Generalobere der Priesterbruderschaft St. Pius X., Pater Davide Pagliarani in einem Gespräch mit fsspx.news am 12. Oktober 2018 gesagt hat: „Unser größter Wunsch ist es, dass die offizielle Kirche die Tradition nicht als eine Last betrachtet oder eine Ansammlung von veraltetem Trödelkram, sondern als den einzigen möglichen Weg, um sich selbst zu erneuern.“