Entführte Nonnen wieder frei

30. August 2022
Quelle: fsspx.news

Eine gute Nachricht aus Nigeria! Vor wenigen Tagen wurden vier Nonnen auf dem Weg zum Gottesdienst entführt. Nun wurden sie wieder freigelassen.

„Mit einem Herzen voller Freude möchten die Schwestern von Jesus dem Erlöser die bedingungslose Freilassung unserer vier Schwestern bekannt geben, die am 21. August 2022 auf der Straße Obigwe-Umulolo entführt wurden“, mit diesen Worten kündigte die Generalsekretärin der Schwestern von Jesus dem Erlöser, Schwester Zita Ihedoro, die Freilassung der vier Schwestern an, die am vergangenen Sonntag auf der Straße Okigwe-Umulolo im Okigwe Local Government Area im nigerianischen Bundesstaat Imo entführt worden waren. Die bedingungslose, lösegeldfreie Freilassung der Nonnen kam unerwartet, denn nur wenige Entführungen enden in Nigeria so glimpflich. Erst am 19. Juli war einer von entführten zwei Priestern von seinen Entführern „brutal getötet“ worden, während dem anderen die Flucht gelang. 

Hintergrund der Entführungen ist die Tatsache, dass sie sich zu einem Wirtschaftszweig mit hohem wirtschaftlichem Profit für Familien, Geschäfte und Gemeinden in den am stärksten betroffenen Regionen Nigerias entwickeln. In einem kürzlich erschienenen Bericht hat die Analysefirma SBM Intelligence versucht, dieses Phänomen in Zahlen zu fassen. Die Ursachen für die mangelnde öffentliche Sicherheit und die Art der Konflikte sind von Region zu Region unterschiedlich sein, doch Entführungen gibt es in ganz Nigeria: Zwischen Juli 2021 und Juni 2022 wurden landesweit fast 3.500 Menschen entführt. 

Die von SMB Intelligence ermittelten Daten und Fakten zeigen, dass die Lösegeldforderungen in diesem Zeitraum auf über 9,6 Millionen Euro stiegen, Zahlungen von mindestens einer Million Euro an die Entführer sind bestätigt. Diese Zahlen beinhalten nicht die Summen, die für die Freilassung der Passagiere des im März überfallenen Zuges Kaduna-Abuja getauscht wurden. Fast die Hälfte der 72 Entführten wurde im Juli gegen Zahlungen von mindestens 200.000 Euro pro Person freigelassen, so der SBM Intelligence-Bericht. 

Angesichts der allgemeinen Verarmung der nigerianischen Bevölkerung kommt es jedoch auch vor, dass die Entführer Lebensmittel, Handys, Waffen oder andere Sachleistungen verlangen. Ihre kriminellen Aktivitäten behindern den Handel und die Investitionen in den am stärksten betroffenen Gebieten stark. 

SBM Intelligence berichtet ebenfalls, dass sich offenbar ein neuer Trend abzeichnet, da immer mehr katholische Priester entführt werden. Dies wahrscheinlich im Glauben und in der Hoffnung, dass die Kirche „finanziell in der Lage“ sei, Lösegeldforderungen für ihr Personal zu erfüllen...