Fatima, der Katechismus UL Frau: Gottes Groesse und die Furchtbarkeit der Suende

16 November, 2019
Quelle: fsspx.news

Das Zentrum der Botschaft unserer lieben Frau von Fatima ist Gott.

Seine Herrlichkeit und die Verehrung, die ihm von seiner Schöpfung gebührt. Die Welt von heute hat den Sinn für Gottes unendlicher Würde und überwältigenden Majestät total verloren. In Wirklichkeit ist jede Kreatur „nichts“ vor ihm, nicht einmal wie ein kleiner Wassertropfen in einem unbegrenzten Ozean. Die Geschichte der Welt, ihre Existenz vom Beginn der Schöpfung bis zum Ende der Zeit, ist vor seiner Ewigkeit weniger als eine Sekunde verglichen mit Millionen von Jahren. Alle Heiligen lehren uns zu vergegenwärtigen, dass wir wie Staub vor ihm sind, und deswegen verdemütigten sie sich selbst so viel sie nur konnten. Genau das ist die eindrücklichste mystische Erfahrung, die das Seherkind Francisco während der Erscheinungen machte: „Was ist Gott? Wir können ihn nie in Worte fassen. Ja, das ist wirklich etwas, das wir niemals ausdrücken können!“

Er war so von Gottes überwältigender Majestät eingenommen, dass er fürchtete, er würde wenn er „ihn sehen“ wird, die Anliegen von Lucia und den Menschen vergessen. Wir sollten Unsere Liebe Frau um eine ähnliche Gnade bitten, die für jedes echte geistige Leben und jede wahre Beziehung zu Gott selbst notwendig ist: voll von Bewunderung zu sein für seine gewaltige Herrlichkeit und wie die Engel in heiliger Ehrfurcht zu erzittern vor seiner Majestät (Präfation der Messe). Die Unermesslichkeit Gottes lässt uns die Nichtigkeit der gesamten Schöpfung verstehen und wie lächerlich es ist, wenn der Mensch sich selbst aufbläht mit seiner kleinen Persönlichkeit und unbedeutenden Geschichte, um sich selbst und seine Angelegenheiten als den Mittelpunkt der Welt anzusehen. Die unendliche Majestät Gottes soll nicht nur als eine Glaubenswahrheit betrachtet werden, sondern sie ist auch eine Einladung, an der Größe Gottes teilzuhaben, „erfüllt von der Fülle Gottes zu sein“, wie der heilige Paulus sagt. Allein Francisco wusste um dieses Ziel seines Lebens. Immer wenn er gefragt wurde, was er werden würde, antwortete er: „Ich möchte nicht sein! Ich möchte sterben und in den Himmel kommen!“ Aber für ihn war der Himmel in erster Linie „Gott sehen“ und ihn für immer lieben. Der kleine Francisco hat buchstäblich das Motto seines heiligen Patrons, des großen heiligen Franziskus verstanden: „Deus meus et omnia – Mein Gott und mein Alles!“

Indem Francisco Gott als die grenzenlose Majestät und unendliche Liebe sah, verstand er auch die wahre Dimension der Sünde. In Fatima lehrt uns Maria, was die Sünde wirklich ist, und welches ihre Konsequenzen sind. Vor allem ist die Sünde die schlimmste Beleidigung und Leugnung des Wesens Gottes – seiner Großzügigkeit, Barmherzigkeit und Liebe. Wenn es möglich wäre, würde die Sünde seine königliche Würde zerstören. Die Sünde ist die allerschrecklichste Vernachlässigung und Undankbarkeit der Geschöpfe, verübt gegen ihren Schöpfer. Wenn wir ein überaus wertvolles Geschenk von einem Wohltäter erhalten würden, wäre es undenkbar, dass wir gleichgültig und undankbar wären. Aber es ist noch weniger vorstellbar, dass wir als Erwiderung auf ein kostbares Geschenk, den Wohltäter beleidigen, ihm ins Gesicht spucken, ihn aus unserem Heim verjagen oder ihn sogar töten würden. Doch genau das tun wir, wenn wir sündigen: In jedem Augenblick gibt Gott uns alles, was wir sind und haben, und wir sind nicht nur oft gleichgültig gegenüber seiner unfassbaren Liebe, sondern wir spucken ihm ins Gesicht und verstoßen ihn aus unseren Seelen, die doch sein Eigentum sind. Francisco konnte nicht anders, als von tiefstem Schrecken überwältigt sein, als er begriff, wie sehr wir die unendliche Liebe verachten, und er rief aus: „Wir sollten nie wieder eine Sünde begehen.“