Fatima, der Katechismus Unserer lieben Frau: Gott trösten

23 November, 2019
Quelle: fsspx.news

Unsere Liebe Frau erscheint in der Cova da Iria, um die Welt zu erinnern, dass das „einzig notwendige“ darin besteht, zuallererst das Reich Gottes und seine Gerechtigkeit zu suchen.

Das bedeutet, dass wir Gott das geben, was ihm gebührt – alle Ehre und Herrlichkeit. Es heißt, dass, wenn seine Majestät vom sündigen Stolz des Menschen angegriffen wird, die Gerechtigkeit in einer vollkommenen Wiedergutmachung gegenüber seiner beleidigten Majestät besteht, durch Buße, durch Sühne und durch alle Akte, welche die Ordnung und die Wahrheit wieder herstellen.

Welches ist aber für uns arme Sünder die vollkommenste Art zu antworten, wenn wir der Todesangst unseres Herrn und seiner grausamen Passion gegenüberstehen? Was könnte ein vollkommener Akt der Liebe sein, die Gott von uns in seinem ersten und höchsten Gebot fordert? Unser Herr selbst gibt uns die Antwort: „Ich schaute aus, ob jemand Mitleid mit mir habe, doch vergebens, und suchte jemanden der mich tröste, doch ich fand niemanden.“ Die Verehrung seines heiligsten Herzens ist nichts anders als ein Akt der Wiedergutmachung und der Sühne. Das liebende Herz sagt zu unserem Herrn: „Wenn du überall an die Türen der Seelen klopfst und dir niemand öffnet, wenn du aus der Gesellschaft, den Institutionen, den Familien und sogar aus deinen eigenen Kirchen hinausgeworfen wirst, wenn du einsam und verachtet bist, du, der Schöpfer und Meister aller: dann möchte ich mein Herz weit öffnen, um dir Trost und Zuflucht zu geben, wo du ein einfaches aber herzliches Willkommen finden wirst, wo du dein Haupt betten und ein Heim finden kannst. Je mehr sie dich zurückweisen, umso mehr möchte ich dich empfangen; je mehr sie dich vergessen, umso mehr möchte ich an dich denken; je mehr sie dich ablehnen, umso mehr möchte ich dich willkommen heißen; je mehr sie sich von dir abwenden, umso mehr möchte ich mich dir zuwenden; je mehr sie deine Liebe verschmähen, umso mehr möchte ich dich ehren; je mehr sie deine Seele mit Traurigkeit und Tränen erfüllen, desto mehr möchte ich dich trösten!“

Unsere Liebe Frau wählte die drei kleinen Kinder in Fatima aus, um uns verstehen zu helfen, wie wichtig die Liebesakte des Herzens sind. Der kleine Francisco war nicht dazu fähig ein Leben eines heroischen Missionars oder eines kontemplativen Mönchs zu führen; er konnte nur seine einfachen Gebete und Opfer darbringen, so wie die heilige Veronika dem Herrn in seiner Qual nur ein feuchtes Tuch anbieten konnte. Äußerlich gesehen, sind diese Dinge nichts, doch innerlich sind sie höchste Gesten der Liebe, die Veronika eine Heilige werden ließen und ihr die Gnade verdienten, das heilige Antlitz des leidenden Heilands nicht nur im leinenen Tuch, sondern – noch viel wichtiger – auch in ihrer Seele eingedrückt zu haben. Und wer unter uns ist nicht dazu fähig, die einfachen Akte eines kleinen Kindes nachzuahmen, das unseren Herrn und Unsere Liebe Frau in ihrer Traurigkeit über die vielen Seelen die verloren gehen, tröstet?

Weil die Welt Gott Ehre und Ruhm, die ihm gebühren, verweigert, ist es notwendig Wiedergutmachung zu leisten. Und dies geschieht vor allem durch Liebe, und der erste Akt der Liebe ist es, beim Geliebten zu sein, ihn zu beschauen und immer in seiner Gegenwart zu leben. Der zweite Akt der Liebe besteht darin, die Zuwiderhandlungen wieder gut zu machen, und zwar durch eine Bewegung in die entgegengesetzte Richtung der Beleidigung. Es gibt vielleicht nichts tieferes, als das dankbare Herz eines Kindes, das seinem Vater und seiner Mutter eine Freude machen will und sie mit seinem Lächeln und einer brennenden Flamme der Liebe „tröstet“.