Gelebte Marienverehrung nach Dom Columba Marmion

13. März 2021
Quelle: fsspx.news
Hochzeit zu Kana

Nachdem Dom Marmion erklärt hat, worin das marianische Leben eines Christen besteht, stellt er ein sehr einfaches Programm vor, damit unsere Hingabe an Maria Wirklichkeit werden kann.

Da Jesus Christus selbst unser älterer Bruder ist und wir Glieder seines mystischen Leibes sind, müssen wir genau das tun, was er getan hat: „Was er wählte, wählen auch wir: Jesus wählte seine Mutter von aller Ewigkeit. Er verlieh ihr mit ihrer göttlichen Mutterschaft auch alle anderen Vorrechte, die wir an ihr bewundern und die er mit seinem Blut bezahlt hat. Auch wir müssen uns frei für Maria als unsere Mutter entscheiden, uns an all ihren Vorrechten freuen und Gott dafür danken“.

Das Verhältnis zu seiner Mutter muss auch das unsere sein: „Jesus war seiner Mutter untertan. Auch wir müssen Maria gehorchen. Seien wir folgsam gegenüber ihrem Rat, Jesus nachzuahmen. Sagt sie nicht zu jedem von uns: ‚Tut, was er euch sagt‘ und ‚Seht meinen geliebten Sohn, hört auf ihn‘? Jesus liebte und ehrte seine Mutter. Es liegt an uns, sie zu ehren, sie zu lieben, unsere Freude an all ihren Privilegien zu finden. Die Freude an den göttlichen Eigenschaften, ist eine sehr hohe Form der Liebe.“

Dom Marmion möchte, dass die Seelen sich mit Jesus identifizieren, besonders in der kindlichen Hingabe, die er für seine Mutter hat. Er lehrt uns die wunderbare Anrufung der heiligen Gertrud: „Herr, sprich für mich zu deiner Mutter: Ecce Filius tuus – Siehe dein Kind. Wie tröstlich ist es, zu wissen: Maria sieht Jesu in jedem von uns.“

Die eigentliche Sendung Mariens besteht darin, Christus in uns zu gebären und zu formen. Gegen Ende seines Lebens verfasste Dom Marmion einen herrlichen Weiheakt an die Heilige Dreifaltigkeit, der mit einem Bittgebet an die Heiligste Jungfrau endet, in dem er sein ganzes marianisches Leben zusammenfasst: „O Maria, Mutter Christi, Mutter der Heiligen Liebe, bilde Du selbst uns nach dem Herzen deines Sohnes.“

Wenn der Herr uns zum Vater bringt, bringt Maria uns zu Jesus: „Ich gehe zu Gott durch Jesus. Maria hilft mir ihren Sohn immer tiefer kennen und ihm immer näher zu kommen.“ Die Vermittlung Mariens besteht nicht nur absteigend (von Gott zu den Menschen) in der Verteilung aller Gnaden, die ihr Sohn verdient und die sie mitverdient hat.

Sie ist auch aufsteigend, denn durch Maria kehren wir zu Jesus zurück, und durch sie werden auch unsere Gebete und unser ganzes Leben Gott wohlgefällig: „Jedes an Maria gerichtete Lob kehrt rein in die Herrlichkeit der anbetungswürdigen Dreifaltigkeit zurück, so wie sie es im Magnificat tut. Wenn ich mich Maria weihe, empfängt sie diese Gabe von mir, um sie sofort Gott darzubringen.“

Das ist auch der Grund, warum Dom Marmion gerne das Göttliche Offizium „in der Person der Jungfrau Maria rezitierte: Ich spreche meine Lobpreisungen und Gebete in ihrem Namen aus, so wie sie selbst durch Jesus Christus den ewigen Vater angebetet und gepriesen hat, und ich versuche, in die Gesinnungen ihrer tiefen Anbetung, ihrer Demut, ihres Vertrauens und auch ihrer Freude bei dem Gedanken an den Triumph ihres Sohnes einzugehen.“

So muss unsere Zuneigung zu Maria grenzenlos sein: „Lasst uns Maria mehr lieben als alle Mütter. Das Herz einer Mutter verzeiht immer.“

Machen wir uns also das große Prinzip des geistlichen Lebens, die Quintessenz der ganzen Spiritualität Dom Marmions, zu eigen: „Alle Heiligkeit besteht darin, aus Gnade das zu sein, was Jesus Christus von Natur aus ist: Kind Gottes - Kind Mariens.“