Gesegnet sind die, die meine Wege gehen

08. September 2020
Quelle: fsspx.news

„Das zweigeteilte Herz wird keinen Erfolg haben und die verdorbene Seele wird fallen“ (Sir. 3, 28). Dieses doppelte Herz und diese verdorbene Seele sind einfach Menschen, die immer über die Sünden der „Guten“ mehr empört sind als über die schlimmsten Verbrechen böser Menschen.

Und eigentlich sind sie mehr im Recht, als sie es selbst wissen, denn die Verbrechen der Guten sind eine Folge davon, daß sie sich nicht an Gottes Wege halten. Das liegt, so P. Faber, daran, dass die in protestantischen Ländern lebenden Katholiken ständig versucht sind, eine minimalistische Sicht ihres Glaubens zu haben, den sie so praktizieren, dass sie mit einem Auge auf darauf schauen, was die Protestanten von ihnen denken, und so zwei Wege statt einem zu gehen.

So wird die wahre katholische Sicht durch mangelnde Konsequenz, Menschenfurcht und Oberflaechlichkeit verdunkelt. Und der besonders katholische Weg, den die Protestanten nicht annehmen können, ist die Marienverehrung – und doch ist dieser der einzige Weg Gottes. An diesem Mangel an Tiefe scheitern Katholiken heute. Wir werden also sehen, wie Maria uns von diesem „zweigeteilten Herzen“ heilen kann.

Maria ist der Weg der Kirche, weil sie der Weg Gottes ist.  Wie ein Architekt, der beim Bau eines Hauses den goettlichen Gesetzen folgt, so folgt auch die Kirche Gottes Gesetzen, indem sie Maria verehrt. Maria ist nicht die Sache der Kirche, sie ist Gottes Sache, und weil sie Gottes Sache ist, ist sie der Schatz der Kirche.

Das Fest Maria Geburt zeigt uns diese Wahrheit in ihrer ganzen Klarheit. Die Epistel der Messe dieses Festtages sagt es uns: „Mich schuf der Herr im Beginn seines Waltens, ale ersters seiner Werke. Ich war bestellt von Ewigkeit her, von Anbeginn, vor dem Ursprung der Welt“ (Spr 8, 22 - 23).

Obwohl Marias Geburtstag tausende Jahre nach der Erschaffung der Welt stattfand, ist Maria wirklich der Anfang der Wege Gottes, denn die zweite Person der Heiligsten Dreifaltigkeit wurde Mensch in ihrem Schoß und begann so, die verlorenen Kinder Evas zu suchen, um sie die Wege Gottes zu lehren. Schon vor der Erschaffung der Welt dachte Gott an unsere Erloesung und wie dieselbe stattfinden wuerde, naemlich in Jesus und Maria.

Gleichzeitig schließt diese göttliche Vorherbestimmung alle armen Sünder ein, denn die Wonne der Mutter Gottes besteht darin, inmitten ihrer Kinder zu sein, in denen sie Jesus geboren und ihrem göttlichen Sohn gleichförmig gemacht hat. Aus diesem Grund geht der Brief weiter: „Und meine Wonne ist es inmitten der Menschenkinder sein. Nun denn, ihr Soehne, hoert auf mich! Heil denen, die wandeln auf meinen Wegen“ (Spr. 8, 32).

Die Wege Mariens sind die Gedanken des Herzens Jesu, seine Gesetze und seine Sakramente. Diese Wege zu bewahren bedeutet, sie in unseren Herzen zu empfangen und eifrig über sie zu betrachten, um sie nicht zu verlieren. Dabei ist unumgaenglich, dass wir aufhoeren muessen „zwei Herren dienen zu wollen“, und auf jeden Weg, der zur Sünde führt, verzichten. Der Rosenkranz ist das besondere Mittel, den falschen Wegen zu entsagen und Christus in Maria nachzufolgen.