Interreligiöses Friedensgebet am Kolosseum

04. November 2022
Quelle: fsspx.news

Am 25. Oktober schloss die Gemeinschaft Sant'Egidio ein neues Friedensgebetstreffen im Kolosseum ab, an dem der Papst und Vertreter vieler religiöser Gruppen teilnahmen. Dabei wurde ausdrücklich auf das Treffen in Assisi 1986 Bezug genommen.

Auch in diesem Jahr fand „Der Schrei nach Frieden“ statt, ein von der Gemeinschaft Sant'Egidio seit 36 Jahren organisiertes Treffen. Das heißt, seit jenem 27. Oktober 1986, als Johannes Paul II. die Vertreter der Weltreligionen nach Assisi einlud, um gemeinsam und vereint zu beten und sie aufzufordern, „den Geist von Assisi weiter zu leben“.

Die Ökumene, eine der problematischsten Früchte des Konzils, ermöglicht es, die Mitglieder aller Religionen zum Gebet einzuladen und enthüllt damit die wahre Natur des Modernismus: Kein Dogma drückt Wahrheiten außerhalb des Menschen aus, die unser Verhalten und die richtige Ordnung der Dinge bestimmen können. Im Gegenteil, jede Religion sei ein reines Produkt des menschlichen Geistes.

Und wie jedes Produkt des menschlichen Geistes sind auch die Religionen in dem Maße gut, in dem sie das Wohl der menschlichen Gesellschaft fördern und sich an dieses anpassen. In diesem Sinne ist auch die Rede von Marco Impagliazzo, dem Präsidenten der mächtigen Gemeinschaft Sant'Egidio, zu verstehen, der erklärte, dass seit der Zeit von Johannes Paul II. die Religionen viel enger zusammengewachsen sind als die Nationen, und den Fall der Berliner Mauer auf das interreligiöse Gebet zurückführte.

Er schloss mit Worten, die keinen Zweifel an der indifferentialistischen und modernistischen Sichtweise ließen: „Wenn die Religionen auf den Schrei nach Frieden hören und ihr Gebet, ihre kreative Fähigkeit vereinen, kann sogar dieser Weltkrieg in Stücken gestoppt werden.“

Alles lief nach dem seit 1986 festgelegten Schema ab: Tagsüber beteten die Vertreter der Religionen an verschiedenen Orten in der Stadt und um 17 Uhr versammelten sich alle im Kolosseum. Der Papst saß neben Vertretern der verschiedenen Häresien und Schismen sowie Vertretern von Judentum, Islam, vieler heidnischer Religionen und so weiter, ohne jeglichen Unterschied und in völliger Verwirrung zwischen Wahrheit und Irrtum.

Anwesend waren auch der Bürgermeister von Rom und der neu eingesetzte italienische Kulturminister. Die ökumenischen Treffen sind wahrlich die vollendetste Liturgie der sogenannten Konzilskirche oder vielleicht der einen neuen zivilen Weltreligion.

Von den verschiedenen Konflikten, die bei dem Treffen angesprochen wurden, war der Konflikt in der Ukraine natürlich der am meisten erwähnte. Der Papst betonte, dass Religionen, um wahr zu sein, nur Frieden bringen dürften. Krieg sei niemals heilig, und der Name Gottes dürfe nicht zur Rechtfertigung von Konflikten herangezogen werden. Ein abschließender Appell wurde von allen Anwesenden unterzeichnet.

Solche Ereignisse dürfen nicht unbemerkt bleiben, auch wenn sie mittlerweile alltäglich geworden sind. Wir müssen sie weiterhin gerade deshalb anprangern, damit sie nicht ihre eigene und wichtigste Wirkung entfalten, die darin besteht, uns gegenüber den Wahrheiten des Glaubens gleichgültig zu machen, indem wir die Religion auf eine Einheit zur menschlichen Selbstvermarktung reduzieren.