Kardinal Burke warnt vor der Zerstörung der Hierarchie

27. Dezember 2018
Quelle: fsspx.news

Kardinal Raymond Burke erachtet die Einschätzung des Synodalwesens, wie sie bei der kürzlichen Jugendsynode gehandhabt wurde, als eine nicht rechtgläubige Idee, welche auf die Enstehung einer neuen Kirche anspielt, in der die Autorität des Papstes keinen Platz mehr hat.

 

„Es ist wie zu einem Motto geworden, das eine neue demokratische Kirche vorschlagen soll, in der die Autorität des Papstes relativiert, vermindert, wenn nicht sogar zerstört sein wird“, warnt der Kardinal bei einem Gespräch auf Englisch, welches am 4. Dezember publiziert wurde.

Der ehemalige Präfekt des Obersten Gerichtshofes der Apostolischen Signatur hat erklärt, dass die Bischofssynoden im Laufe der Geschiche eingeführt wurden, um die Lehre der Kirche von Neuem zu bestätigen, jedoch keinesfalls, um eine neue Lehre zu verbreiten.

„In der lateinischen Kirche war der Begriff Synode vorhanden – im Bereich der Diözese, der kirchlichen Provinz, oder selbst auf nationaler Ebene – um Mittel zu finden, die katholische Lehre noch wirksamer zu verbreiten und die passende Disziplin zu fördern“, erläutert der Kardinal. Eine Synode bedeutet „ eine Bischofsversammlung, welche dem Papst zur Hand geht, um herauszufinden, wie der Glaube noch wirksamer gelehrt werden kann und wie man ein noch treueres christliches Leben fördern kann, im Einklnag mit der kirchlichen Disziplin.“

Die moderne Definition der Synode besteht jedoch in einer Form der „kirchlichen Rückbaus“, welche ein Teil der Hirarchie als ein „neues Musterbeispiel“ betrachtet.

Kardinal Burke insistiert im Gegenteil, dass „die katholische Kirche eine organische Realität ist, welche durch die Gnade unseres Herrn Jesus Christus selbst lebt. Er hat die Kirche ein für allemal auf einem unveränderlichen Fundament gegründet: ein für allemal mit den Sakramenten, einer einzigen Disziplin, einer einzigen Regierung. Diese Dinge müssen jetzt auf sehr klare Weise in Erinnerung gerufen werden“, schloss er.

Schon lange vor Kardinal Burke hatte Papst Pius X. vor den Machenschaften der Modernisten und ihrer reformatorischen Manie gewarnt, welche die Regierung der Kirche zu einer Demokratie verändern wollten. Diese Seite aus der Enzyklika Pascendi Dominici Gregis (8. September 1907) zeigt, wie ein modernistischer Reformator in der Regierung der Kirche vorgeht: 

„Die kirchliche Regierung muss in allen Bereichen reformiert werden, vor allem der disziplinäre und der dogmatische Bereich. Ihr Geist und ihr äußeres Vorgehen soll in Einklang mit dem Gewissen, welches sich der Demokratie zuwendet, gebracht werden; der niedere Klerus und selbst die Laien sollen also an der Regierung teilhaben; die Autorität soll dezentralisiert werden.“

Diese Dezentralisation wurde durch die Kollegialität gefördert, welche das Zweite Vatikanische Konzil und die Konstitution Lumen Gentium umgesetzt haben. Die kirchliche Dekonstruktion, von der Kardinal Burke spricht, schöpft darin ihre Quelle und ihre Energie.