Maria Überwinderin der Häresien

05. Juni 2021
Quelle: fsspx.news

„Freue Dich, o Jungfrau Maria, denn Du allein hast alle Häresien auf der ganzen Welt überwunden“, singt die Kirche im Offizium der allerseligsten Jungfrau Maria. Und dieses Wort hat sich im Laufe der Jahrhunderte tausendfach bestätigt.

Der berühmte Mariologe Pater Emile Neubert schreibt: „Die Doketen der ersten Jahrhunderte leugneten die Wahrheit der Menschheit Christi. Die Väter antworteten ihnen: ‚Ihr lehrt falsch, denn Christus ist aus Maria geboren, ein menschliches Geschöpf wie wir‘.

„Andere Häretiker verwarfen die Gottheit Jesu, und wiederum antworteten die Väter: ‚Ihr seid im Irrtum, denn Christus ist aus einer Jungfrau geboren, und aus einer Jungfrau kann nur Gott geboren werden‘.

„Nestorius erkannte zwischen den beiden Naturen Christi nur eine moralische Verbindung an, folglich leugnete er den Titel ‚Mutter Gottes‘, da Maria nur die Mutter des Menschen Christus sei. Die Väter der Konzils von Ephesus bewiesen die Richtigkeit dieses Titels und bestätigten dabei die Lehre der Einzigkeit der Person Christi unter beiden Naturen.

„Eutyches lehrte, daß nach der Menschwerdung die menschliche Natur sich in die göttliche auflöste und daß nur die göttliche Natur blieb. Daraufhin antworteten die Verteidiger des wahren Glaubens, daß Christus sowohl gleichen Wesens mit dem Vater ist, aber auch gleichen Wesens mit der Mutter, die eine reine menschliche Natur hat.

„Kardinal Newman faßt dies zusammen: ‚Maria ist die Hüterin der Wahrheit der Menschwerdung Christi‘. Die Heiligen, welche die Irrlehren des Protestantismus und Jansenismus bekämpften, stellten den neuen Häresien die marianischen Wahrheiten entgegen (z.B. Franz von Sales, Petrus Canisius, Grignion de Montfort), und die der marianischen Frömmigkeit ergebenen Völkerschaften bewahrten den Glauben.

„Kardinal Newman bemerkt, daß die Nationen, die Maria treu geblieben sind, auch den Glauben an die Gottheit Christi rein bewahrt haben, hingegen diejenigen, welche den marianischen Kult verworfen haben, in Christus nicht viel mehr sehen als einen besseren Menschen.

„Es ist auch bemerkenswert, daß die Leugnung der Jungfräulichkeit Mariens in einer modernistischen Zeitschrift die Verdammung dieser perfiden Häresie durch die kirchliche Hierarchie ausgelöst hat. Endlich sieht Papst Pius XII. mit dem Dogma der leiblichen Aufnahme Mariens in den Himmel eine wirksame Gegenkraft gegen den Materialismus und die Korruption der Sitten sowie den Triumph des Glaubens an die übernatürliche Welt.“

In diesem Zusammenhang darf auch nicht vergessen werden, dass alle Orden und Missionskongregationen sich ganz ausdrücklich Maria als Patronin unterstellen, weil sie in ihr die Garantie sehen für das Aufblühen der Ordensgemeinschaft und von ihr den himmlischen Segen erwarten im Wirken zur Verbreitung des Glaubens und zur Heiligung der Seelen. So sagt zum Beispiel der Gründer der Maristen, der sel. Pater Chaminade:

„Heute ist die große herrschende Häresie die religiöse Gleichgültigkeit, die die Seelen erstarren läßt in der Betäubung des Egoismus und dem Schlund der Leidenschaften. Diese so traurige, aber treue Beschreibung unserer Epoche ist weit davon entfernt, uns zu entmutigen.

„Die Macht Mariens hat sich nicht vermindert. Wir glauben fest, daß sie diese Häresie wie alle andern besiegen wird, weil sie heute wie früher die verheißene Frau ist, welche der Schlange den Kopf zertritt, und Jesus Christus uns lehrt, daß sie die Hoffnung ist, die Freude, das Leben der Kirche und der Schrecken der Hölle.

„Ihr ist für unsere Tage der große Sieg vorbehalten. Ihr gehört die Ehre, den Glauben vom uns heute drohenden Schiffbruch zu retten.“