Maria Hilf am Gubel – Schutzmantelmadonna des Glaubens

21. Juni 2022
Quelle: fsspx.news
Szene aus der Schlacht bei Gubel, dargestellt an der Decke der Klosterkapelle

Die Geschichte der Kirche ist auch eine Geschichte himmlischer Hilfe zum Schutz des Glaubens und der katholischen Gemeinwesen. Das Eingreifen der Heiligen Jungfrau während der Schlacht am Gubel im Kanton Zug in der Schweiz ist ein schönes Beispiel dafür.

Nach der Entstehung der von Martin Luther gepredigten Reformation verbreitete sich die protestantische Irrlehre in Deutschland und der Schweiz durch Prädikanten, die vor allem das Wohlwollen weltlicher Mächte erringen wollten.

Ulrich Zwingli (1484-1531) spielte die Rolle des „Reformators“ in Zürich. Er war seit Ende 1518 Leutpriester am Grossmünster in Zürich. Seine ketzerische Lehre richtete sich gegen das gesamte Glaubensgut. Er lehnte das Fastengebot und später den Zölibat für Priester ab; später bezweifelte er die kirchliche Autorität und ließ seine neue Lehre vom Zürcher Großrat offiziell anerkennen.

Er ließ die Heilige Messe verbieten und die Verehrung der frommen Bilder abschaffen, bevor er die Aufhebung der Klöster durchsetzte. Anschließend versuchte er, den Protestantismus in den anderen Kantonen zu verbreiten. Im Jahr 1529 erklärte Zürich den katholischen Kantonen Luzern, Uri, Schwyz, Unterwalden und Zug den Krieg.

Im Mai 1531 verhängte der mit Zürich vereinte Kanton Bern über die katholischen Kantone eine Getreideblockade, was zu einer massiven Nahrungsmittelknappheit führte. Doch die Katholiken wurden daraufhin ein erstes Mal durch die Erscheinung der Jungfrau Maria auf dem Wesemlin-Hügel in Luzern am Pfingstfest 1531 getröstet.

Am 9. Oktober 1531 zogen die altgläubigen Kantone schließlich ins Feld, wobei die katholische Partei am 11. Oktober 1531 wieder durch eine Marienerscheinung ermutigt wurde. Der Urner Hauptmann Jauch führte daraufhin den Angriff in der Nähe von Kappel mit grossem Mut an, und Zwingli und viele seiner Anhänger fanden in der Schlacht den Tod.

Zürich schickte daraufhin als Ersatz all diejenigen, die in der Lage waren, Waffen zu tragen. Diese „Soldateska“ plünderte die katholischen Gemeinden und schändete die Gotteshäuser. Am Abend des 23. Oktober lagerte sie vor der Fürschwand. Doch die Verteidiger des Glaubens wurden durch eine neue Erscheinung Mariens ermutigt. Unter der Führung von Hauptmann Christian Iten drangen sie bis zum Gubel – eine Anhöhe bein Menzingen - vor. Nachdem sie um göttliche Hilfe gebetet hatten, griffen sie nachts den zahlenmäßig weit überlegenen Feind an, besiegten ihn und fügten ihm schwere Verluste zu.

Auch wenn die Schlacht am Gubel nicht zum endgültigen Sieg führte, war sie für den weiteren Verlauf der bewaffneten Konflikte zwischen Katholiken und Reformierten in der Schweiz von großer Bedeutung. So wurden durch diesen Sieg weite Teile der Eidgenossenschaft vor der protestantischen Übernahme bewahrt.

Die katholische Seite begann aus Dankbarkeit für die himmlische Unterstützung 1555 mit dem Bau einer Gedenkkapelle. Sie wurde am 23. Oktober 1559 „dem allmächtigen Gott, seiner ehrwürdigen Mutter Maria, dem heiligen Bischof Severin und dem ganzen himmlischen Heer in Lob und Ehre für den gnädigen, wunderbaren und mutigen Sieg, der zur Rettung und Erhaltung des wahren katholischen und christlichen Glaubens und des geliebten Vaterlandes errungen wurde,“ geweiht.

Das wundersame Eingreifen der Jungfrau Maria während der Schlacht ist an der Decke der Kapelle dargestellt. Das Bild von Maria, der Helferin der Christen, auf dem Hochaltar ist eine freie Kopie des Bildes von Maria Hilf von Innsbruck, gemalt von Lukas Cranach im Jahr 1517.

Das Kloster Maria Hilf Gubel in Menzingen, Kanton Zug, wurde 1846 in der Nähe der Maria Hilf Gedächtniskirche gegründet. Im Jahr 1851 legten die ersten drei Kapuzinerinnen, die sich der ewigen Anbetung widmeten, ihre Profess ab.

Das Kloster Maria Hilf in Gubel