Maria Koenigin aller Heiligen

31 Oktober, 2019
Quelle: fsspx.news

Das Fest „Maria, Königin aller Heiligen“ wurde zuerst in Ancona (Italien) gefeiert. In der dortigen Kathedrale wird ein Gnadenbild unter diesem Titel verehrt. 1550 hat es ein Schiffskapitän der dortigen Kirche geschenkt, und zwar als Votum für die Errettung seines Sohnes aus einem furchtbaren Seeunwetter, die er seinem inständigen Gebet vor diesem Bilde zuschrieb. Sogleich setzte eine eifrige Verehrung dieses Bildes seitens des Volkes ein.

Während der argen Bedrängnis der Kirche im Jahre 1796 beobachtete man am 25. und 26. Juni dieses Jahres an dem Bilde eine Bewegung der Augen, die mehrmals von vielen wahrgenommen wurde. Das löste eine starke Volksbewegung aus, denn die gleichen Erscheinungen wiederholten sich öfters bis zum 23. Januar 1797. Die Verehrung wuchs immer mehr. Viele Ungläubige bekehrten sich. Deshalb beschloß der Stadtmagistrat die Abhaltung eines eigenen Festes zu Ehren der „Königin aller Heiligen“. Papst Gregor XVI. gab dem Feste 1845 die kirchliche Bestätigung, anerkannte das Fest und gab ihm ein eigenes Stundengebet, nachdem Pius VII. bereits im Jahre 1814 das Gnadenbild feierlich krönen ließ. Natürlich blieb dieses Fest nicht auf die Kathedrale von Ancona beschränkt. Es wurde bald von vielen Diözesen Italiens und auch anderer Länder übernommen. Liegt doch seine eigentliche Begründung in der einzigartigen Auserwählung Mariens.

Die Rose nennen wir die Königin unter allen Blumen. Jeder weiß, damit soll gesagt werden: Keine Blume könne an Pracht mit der Rose wetteifern. Gleiches wollen wir sagen, wenn wir Maria als die Königin aller Heiligen bezeichnen. An Heiligkeit kommt ihr demnach keiner der seligen Himmelsbewohner gleich. Alle überstrahlt sie durch die Fülle der Gnaden, durch die Fülle ihrer Tugenden, durch die Fülle ihrer Seligkeit. Bewundernd schauen alle Heiligen des Himmels zu ihr auf als zur Herrlichsten, zur Reichsten, zur Vornehmsten unter ihnen. Aber nicht nur alle Heiligen, sondern selbst die neun Chöre der heiligen Engel stehen tief unter ihrer Königin. So besingt sie der hl. Johannes von Damaskus: „Sei gegrüßt, Gnadenvolle, sei gegrüßt, da du heiliger bist als die Engel, würdiger als die Erzengel. Sei gegrüßt, Gnadenvolle, da erhabener als die Throne, herrschgewaltiger als die Herrschaften, mächtiger als die Kräfte. Sei gegrüßt, Gnadenvolle, die Fürstentümer überragt und Gewalten übersteigt. Sei gegrüßt, Gnadenvolle, kostbarer als die Cherubim, erhabener als die Seraphim!“

Der hl. Petrus Damiani erklärt: „Weder der Patriarchen ehrwürdige Versammlung, noch der Propheten vorausschauende Schar, noch der Apostel Richtersenat, noch der Märtyrer siegreiche Reihen, noch einer der ältern noch einer der jüngern Väter kann mit der seligsten Jungfrau verglichen werden!“

Königin der Heiligen kann aber noch etwas anderes, etwas mehr besagen. Denn einer echten Königin kommt nicht nur der Vortritt zu, sondern auch das Herrschen und Befehlen. Einer echten Königin zollt man nicht nur Bewunderung und leistet freiwillig Gefolgschaft, sie verlangt vielmehr Gehorchen und Dienen. Das bedeutet, dass alle Heiligen im Himmel neben der seligen Anschauung der allerheiligsten Dreifaltigkeit ihre größte Freude darin finden, Maria zu lieben und ihr in allem zu dienen!