Maria lehrt uns das apostolische Gebet

26. September 2020
Quelle: fsspx.news
Die Jungfrau im Mantel, in Le Puy-en-Velay

Das apostolische Gebet wendet sich an Gott, um die Seelen zu retten, zunächst die eigene, dann die der uns Anvertrauten, endlich alle Seelen.

Durch dieses Gebet wird die Überzeugung gefestigt, dass Bekehrung und Heiligung der Seelen ein Werk der Gnade ist und damit von Gott allein abhängt, wir aber mit all unserem Tun nur Gottes „unnütze Werkzeuge sind“, dessen er sich herablassend bedient.

Der apostolische Zweck ist aber auch eine wichtige Motivation für uns, die wir oft sehr nachlässig sind im Beten. Das Wissen, dass von meinem Gebet das ewige Heil vieler Menschen, vielleicht meiner teuersten Freunde abhängen kann, zwingt mich gleichsam auf die Knie.

Pater Maximilian Kolbe nennt es das Fundament jeglichen Apostolats. Im Augenblick der grössten Erfolge der Stadt der Immaculata, als die Zahl der Brüder über 700 beträgt und der „Ritter der Unbefleckten“ in Milionenauflage erscheint, beklagt sich der Heilige: „Zu wenig denken wir an die Immaculata. Zu wenig lesen wir über sie, zu wenig nahen wir uns ihr. Jeder soll sich prüfen: wie oft täglich habe ich mich an sie gewandt? Er wird sich schämen müssen. Warum war der Eifer für die Immaculata in den Seelen noch nicht so, wie er sein könnte? Wir lesen im Alten Testament, daß Moses mit erhobenen Händen für die mit dem Feind kämpfenden Israeliten gebetet hat. Als er die Hände sinken ließ, unterlagen die Israeliten. So müssen auch wir unsere Hände erhoben haben im Gebet, davon hängt im Wesentlichen die ganze Zukunft ab.“

Das Gebet im Licht der Erscheinungen in Fatima: Wie wichtig der Geist des Gebetes ist, bestätigen uns auch die Erscheinungen in Fatima. Es ist sehr bezeichnend, dass der Engel, der bei der zweiten Erscheinung am Brunnen die Kinder beim Spielen überrascht, sie so anredet: „Was tut ihr da? Betet, betet viel! Die Heiligen Herzen Jesu und Mariä sind voll Barmherzigkeit zu euch hingeneigt. Opfert ohne Unterlass dem Allerhöchsten Gebete und Opfer!“

Ebenso wie einige Jahrzehnte zuvor in Lourdes, so führt auch hier die Immaculata die Kinder in den Geist des Gebetes ein. Nicht nur in dem Sinn, dass die Kinder direkt einige Gebete lernen (Gebet des Engels, „O mein Jesus“, verschiedene Stoßgebete), auch nicht nur als Aufforderung, viel zu beten, besonders den täglichen Rosenkranz. Durch das übernatürliche Licht, das Maria ihnen während der ersten drei Erscheinungen vermittelt, dürfen die Kinder die ganze Tiefe des Gebetslebens erfahren. Die Kinder gehen aber nicht nur für sich selbst in diese Schule des Unbefleckten Herzens, sondern auch wir dürfen und müssen davon profitieren.

Maria weiß, wie schwer es in unserer Zeit ist, wirklich zu beten, und deshalb stellt sie uns das einfache Beten kleiner Kinder als Beispiel dar, das wir nachahmen dürfen, um in kürzester Zeit uns tief mit Gott zu vereinigen. Und worin besteht das Gebet der Kinder von Fatima? Gott trösten, die an dem Unbefleckten Herzen Mariens begangenen Verbrechen wiedergutzumachen, und vor allem, die Bekehrung der armen Sünder zu erflehen!