Neue Spuren des frühen Christentums im Heiligen Land

23. Januar 2023
Quelle: fsspx.news

In der Region Jericho im Westjordanland wurde eine byzantinische Kirche mit aufwändigen Mosaikböden entdeckt. Dies gab die jordanische Zivilverwaltung am 11. Januar bekannt. Die Zivilverwaltung als Regierungsorgan, das die Aktivitäten im Westjordanland beaufsichtigt, gab allerdings nicht an, wann genau die Kirche entdeckt wurde.

Archäologen datieren die Kirche auf das 6. Jahrhundert n. Chr. und stellten fest, dass sie noch während der ersten muslimischen Periode, etwa einhundert Jahre später, genutzt wurde. Obwohl der Islam die Ausstellung von Ikonen und Bildern an öffentlichen Orten verbietet, wiesen die Mosaikböden keine Spuren von Schäden auf, die durch barbarischen Ikonoklasmus - die Zerstörung religiöser Bilder - verursacht worden wären. 

Das Kirchengebäude hat eine Grundfläche von über 250 Quadratmeter und ist damit groß genug, um als eines der größten christlichen Gotteshäuser der damaligen Zeit in der Region gedient zu haben. Das Kirchenschiff ist fast vollständig erhalten und mit einem Mosaik bedeckt, das Weinrankengeflechte und Tierfiguren darstellt. 

Der Bau umfasst offenbar importierte, in der Region nicht vorhandene Materialien wie Marmorsäulen und schwarzen Bitumenstein. Deren Transport aus anderen Regionen wird seinerzeit große Anstrengungen erfordert haben. Dies wiederum belegt, laut der Pressemitteilung, den Reichtum der Erbauer der Kirche. 

Eine drei Meter lange Inschrift mit fünf Zeilen in griechischer Sprache, die im Gebetsbereich gefunden wurde, erinnert an Georgios und Nonus, offenbar zwei Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens, die für den Bau der Kirche gespendet hatten. 

Das Gebäude überstand ein schweres Erdbeben im Jahr 749 n. Chr., das andere Kirchen und Bauwerke in der gesamten Region zerstörte, obwohl es vor diesem einschneidenden Ereignis verlassen und sein Eingang absichtlich versiegelt worden war. 

In der oben genannten Presseerklärung heißt es: „Die Zivilverwaltung misst der Entdeckung von Antiquitäten große Bedeutung bei“ und wird die archäologischen Ausgrabungen fortsetzen, „um weiterhin die glorreiche Vergangenheit der Region zu entdecken“. 

Die Zivilverwaltung erklärte außerdem, dass sie beabsichtige, das Gebäude zu versetzen und im Mosaikmuseum auf dem Gelände des Guten Samariters in der Nähe der Siedlung Ma'ale Adumim im Westjordanland neu aufzustellen.