Schwere Sünden in einer Chicagoer Gemeinde

28. Juni 2022
Quelle: fsspx.news
Alte St. Patrick's Church in Chicago

Der Pfarrer der Gemeinde Old St. Patrick's Parish in Chicago erlaubte einem gleichgeschlechtlichen Paar, bei der Sonntagsmesse am 19. Juni anstelle der Predigt eine „Reflexion“ vorzutragen.

Was war geschehen? Der in dieser wichtigen Gemeinde im westlichen Teil von Chicago diensthabende Priester, Pater Joe Roccasalva, stellte unmittelbar nach dem Lesen des Evangeliums das homosexuelle Paar vor. Danach kündigte er an, dass die zwei Männer an diesem Vatertag eine „Betrachtung über das Evangelium“ halten sollten. Sobald das Paar am Rednerpult stand, beschrieben die beiden Männer, die sich selbst als zehnjährige Mitglieder der Gemeinde, ihre gleichgeschlechtliche Ehe als „Segen“ und die Adoption von zwei Kindern als „Wunder“. Einer der Männer sagte: „Seien wir ehrlich, es gibt wahrscheinlich nicht viele schwule Väter, die heute am Vatertag in vielen katholischen Kirchen auf der ganzen Welt sprechen.“ Anschließend erklärte einer der Männer: „Wir wollten unsere Kinder in der katholischen Kirche großziehen. Aber auf der anderen Seite wollten wir sie nicht der Bigotterie aussetzen und dass sie irgendeine Art von Scham oder Intoleranz gegenüber ihrer Familie empfinden.“ Die Männer bezeichneten es als weiteres „Wunder“, dass sie in der Gemeinde Old St. Patrick eine sich als LGBT bezeichnende Gemeinschaft gefunden haben, die sich selbst als „radikal inklusiv“ beschreibt, da sie nach eigenen Angaben in anderen katholischen Gemeinden Ablehnung und mangelnde Akzeptanz erfahren hatten. 

So „nett“ und „menschlich“ der Vorfall auf Unbedarfte wirken mag, mit seinem Vorgehen verstieß Pater Roccasalva nicht nur gegen das Kirchenrecht, sondern er tat und ließ es zu, einen von der Kirche verurteilten Zustand zu fördern. Denn es wird von der katholischen Lehre klar gelehrt, dass einerseits homosexuelle Handlungen schwere Sünden sind. Und zum anderen, dass homosexuelle Verbindungen, selbst wenn sie von Staaten anerkannt werden, keinesfalls von der Kirche gebilligt werden können. Im Gegenteil, diese ist vielmehr verpflichtet, diese Rechtslage mit legalen Mitteln zu bekämpfen. Darüber hinaus ist die Adoption in diesen unnatürlichen Verbindungen ein Gräuel, der Kinder unter den Einfluss der verderblichsten Lehren und Beispiele bringt. Diese Abscheulichkeit ließ der Pfarrer vor seinen Gläubigen als „Wunder“ bezeichnen. 

Im Übrigen muss hinzugefügt werden, dass es Laien verboten ist, die Predigt zu halten. Zweifellos sprach der Pfarrer aus diesem Grund von einer „Reflexion über das Evangelium“. Doch das war ein billiges Täuschungsmanöver, weil der für die „Reflexion“ gewählte Zeitpunkt, derjenige ist, der während der Messe für die Homilie reserviert ist. 

Schließlich sollte daran erinnert werden, dass die Glaubenskongregation im März 2021 darauf bestand, dass die katholische Kirche nicht die Befugnis hat, gleichgeschlechtlichen Partnerschaften liturgische Segnungen zu erteilen, da diese dem Plan Gottes entgegenstehen. 

Was also wird der Erzbischof von Chicago, Kardinal Blase J. Cupich, nun machen? Welche Maßnahmen wird er gegen den schuldigen Priester ergreifen? Was wird er tun, um in den verwirrten Köpfen der Gläubigen die Wahrheit wiederherzustellen? Wir müssen allerdings wohl leider davon ausgehen, dass genau dieser Kardinal, der sich bemüßigt fühlt, seine „progressive“ Einstellung allerorten zu verkünden, nichts unternehmen wird. Und falls Kardinal Cupich nichts unternimmt, ist sein Verhalten in jedem Fall als stillschweigende Zustimmung zum Handeln Roccasalvas zu werten.