UNO definiert Abtreibung als „Menschenrecht“

21. September 2022
Quelle: fsspx.news
UNO: Generalversammlungssaal

Eine UN-Resolution, die Abtreibung als Menschenrecht definiert und die Gender-Ideologie fördert, wurde diesen Monat mit massiver Unterstützung der westlichen Länder verabschiedet. Nur eine Gruppe afrikanischer Nationen äußerte sich dagegen.

Die Resolution mit dem Titel „Internationale Zusammenarbeit für den Zugang zu Justiz, Rechtsmitteln und Unterstützung für Überlebende sexueller Gewalt“ besagt unter anderem, dass die Länder den „Zugang zu sicheren Abtreibungen“ als „Menschenrecht“ definieren müssen. Über 80 Nationen, darunter die USA und Mitglieder der Europäischen Union, haben den Text befürwortet.  

Die Resolution bezieht sich auch auf eine neue Gender-Terminologie, die aber nach Ansicht einiger Länder gegen ihr Wertefundament verstößt, da sie eine traditionelle Sicht der menschlichen Sexualität leugnet. Die Resolution nimmt moderne Empfängnisverhütung, Notfallverhütung und „sichere Abtreibung“ in die Liste der Frauenrechte auf. Außerdem wird die Sprache der Resolution, dahingehend „aktualisiert, dass „geschlechtsspezifische Gewalt“ Bestandteil der Definition von „sexueller Gewalt“ wird.  

Eine Handvoll Länder protestierte gegen diese Maßnahmen und behauptete, sie förderten die gesellschaftliche Akzeptanz von Homosexualität und Transsexualismus. Die Betonung der Abtreibung und der Gender-Ideologie in der Resolution wurde von 33 Ländern kritisiert, die sich hauptsächlich in Afrika befinden. Nigeria etwa sprach sich deutlich gegen die Resolution aus und brachte mehrere Änderungsvorschläge zum Schutz ungeborener Kinder und zur Streichung kontroverser Begriffe aus der Resolution ein. Dies fand allerdings nicht genügend Unterstützung und wurde abgelehnt. 

„Jedes Land sollte auf nationaler Ebene ohne Einmischung von außen über seine Abtreibungsgesetze entscheiden“, sagte ein nigerianischer Vertreter in einer lebhaften Debatte. „Die Länder sollten Frauen helfen, eine Abtreibung zu vermeiden, und Müttern und ihren Kindern Gesundheitsversorgung und soziale Unterstützung bieten“, fügte er hinzu.

Der Vertreter des Senegal verurteilte die Aufnahme von Abtreibung als Methode der Familienplanung und argumentierte, dass das Wort „Gender“ sich nur auf die „sozialen Beziehungen zwischen Männern und Frauen“ beziehen sollte.

Zu den 32 Nationen, die sich Nigeria anschlossen, um die Änderungsanträge zur Streichung der Begriffe Abtreibung und Geschlecht aus der Resolution zu unterstützen, gehörten Uganda, Kamerun, Äthiopien und Senegal. Auch die Philippinen, Nicaragua, Russland und eine Handvoll Länder des Nahen Ostens schlossen sich an.

Austin Ruse, Vorsitzender des Center for Family and Human Rights, sagte in einem Interview mit der Catholic News Agency (CNA), es sei allgemein bekannt, dass sich kleine afrikanische Länder mutig gegen die westliche Pro-Abtreibungs- und Pro-Gender-Politik stellen: „Sie wollen eine grundlegende Gesundheitsversorgung, sauberes Wasser und sichere Sanitäranlagen und nicht das Programm für umfassende Sexualerziehung, reproduktive Gesundheit und Geschlechtergleichstellung, das von den Großmächten kommt.“

Ungarn und Polen, haben sich überraschenderweise nicht am Kampf für den Schutz des Lebens und der traditionellen Sicht auf die Sexualität beteiligt. Der Druck, dem diese beiden Länder von Seiten der EU ausgesetzt sind, könnte ihr Schweigen erklären.