Unser Liebe Frau vom Maria Schnee

01. August 2020
Quelle: fsspx.news

Unsere Liebe Frau vom Schnee ist ein alter Name für die päpstliche Basilika Santa Maria Maggiore in Rom und das größte marianische Heiligtum des antiken Christentums, von Papst Liberius um das Jahr 360 herum gebaut.

Sie wurde zum Andenken an das Konzil von Ephesus im Jahr 431 mit wunderschönen Mosaiken geschmückt, die die Größe Mariens darstellen. Während jenes Konzils, das in Anwesenheit des päpstlichen Legaten abgehalten wurde, triumphierte die katholische Orthodoxie über die Ketzerei durch das erste Mariendogma: „Maria ist die Mutter Gottes“, Theotokos.

Daher der zweite Teil des Ave Maria, in dem wir beten: „Heilige Maria, Mutter Gottes, bitte für uns Sünder“. Dieses Ereignis war ein Zeichen der universellen katholischen Einheit von Ost und West unter der Autorität des Papstes, da die Entscheidungen des Konzils vom Stellvertreter Christi approbiert wurden.

Ebenso ist der liturgische Ritus dieses Marienfestes, der den Bau einer großen Kirche zu Ehren Marias feiert, ein sichtbares Monument der Bedeutung der Muttergottes für die katholische Kirche und deren authentische Lehre.

Erstens besteht der ganze Sinn Mariens darin, die Menschen zu Christus zu bringen und so die Menschheit nach dem Bilde Christi neu zu formen. In jeder katholischen Kirche wird sozusagen die Menschwerdung fortgesetzt: von der Kanzel wird sie gelehrt, am Altar wird sie erneuert. 

Zweitens gipfelt fast jede Marienerscheinung im Bau einer Kirche, so dass unter dem Impuls der Marienverehrung das Geheimnis der Menschwerdung in der vollkommensten katholischen sakramentalen und lehrmäßigen Orthodoxie fortgesetzt werden kann. So wurden in Guadalupe, Lourdes, La Salette, Pontmain und Fatima auf ausdrücklichen Wunsch der Muttergottes marianische Heiligtümer errichtet, um Ihre Lebensaufgabe fortzusetzen, den Menschen den Heiland zu schenken.  Wo immer Maria erscheint, da erscheint Christus in all seiner Herrlichkeit, in seiner sakramentalen Gegenwart und seiner unfehlbaren Lehre.

Anlässlich dieses Festes werden zwei wichtige Eigenschaften der marianischen Frömmigkeit ins Lichtgestellt: sie ist dogmatisch und sie ist priesterlich.

Dogmatisch, weil Maria zu kennen, bedeutet, Christus zu kennen; Christus zu kennen, bedeutet jedoch, seine Gottheit zu bekennen.

Priesterlich, weil Christus kennen und lieben bedeutet, sich ganz und ganz mit seinem Opfer zu verbinden, das in den sieben Sakramenten fortgesetzt und angewandt wird. So verehrt die katholische Kirche in Priester und Volk den dreieinigen Gott durch die göttliche Liturgie, die im heiligen Raum einer geweihten Kirche unter der Führung und Schirmherrschaft der Gottesmutter stattfindet.

Es ist unmöglich, alle Dinge in Christus wiederherzustellen, ohne auf Maria zurückzugreifen. Und dieser Rückgriff auf Maria in den letzten Zeiten wird seine Kraft durch die marianische Bewegung haben, die sich von den Marienheiligtümern nährt. Sei es die erwähnten oder die Vielzahl der Kirchen, die sie besitzt.

Bedeutet nicht das besondere Versprechen unserer Gottesmutter in Bezug auf Portugal, dass „das Dogma des Glaubens dort bewahrt wird“, dass die marianische Frömmigkeit, die in die vollkommene Erkenntnis Christi einführt, alle Stürme überstehen wird? Es ist ein Zeichen der Hoffnung, dass Gott durch sie eines Tages die Herrlichkeit seines Sohnes und seiner Mutter wiederherstellen wird, vor allem in Russland und bei der heiligen Maria Major in Rom.