Unsere Liebe Frau und der stumme Ochse

März 07. 2020
Quelle: fsspx.news

Der heilige Thomas, der größte Lehrer, den die katholische Kirche je gekannt hat, hat oft gesagt, dass er aus Büchern weniger gelernt habe als am Fuße des Kreuzes oder des Altars. Seine Hingabe an die Heilige Eucharistie war so groß, dass er oft lange Stunden davor in der Nacht im Gebet verbrachte.

Einmal, nachdem er er viele Stunden in mit zwei Juden im Haus eines reichen Grafen diskutiert hatte, kamen sie überein, am nächsten Tag die Diskussion fortzusetzen. Der heilige Thomas verbrachte die ganze Nacht vor dem Allerheiligsten Sakrament im Gebet. Am nächsten Tag kamen die beiden Juden zurück, aber nicht zu Gesprächen, sondern um sich zu bekehrten und um das Geschenk des Glaubens und der Taufe zu bitten.

Normalerweise ist es ausgerechnet bei Intellektuellen auffällig, wie wankelmütig und flatterhaft sie sind. Sie scheinen von einer Modeerscheinung zur nächsten zu wechseln, und aus ihren Reihen rekrutiert der Feind der Kirche die Gründer neuer Religionen.

Der heilige Thomas hingegen wurde von seinen Mitstudenten „der stumme Ochse“ genannt, weil er im Unterricht nie sprach und wie ein schwerfälliger Bauer aussah, der nicht spricht, weil er nichts Interessantes zu sagen hat. Der heilige Thomas sprach jedoch deshalb nicht, weil er die Tiefen der Wahrheit in seinem Herzen erwog und sich immerwährend fragte, wie er das, was er wusste, in eine ständig wachsende Liebe zu Gott umsetzen könne. Für ihn war das Lernen kein Buch, sondern das Empfangen des Lichtes der Welt, das allen Menschen Leben gibt.

Für ihn war jedes Wort ein Aufscheinen des Wortes, kam es doch von Christus, das ewige Wort. Somit sah er wie Maria entweder alle Dinge im Lichte Christi, oder in ihrem Bezug zu Christus. Dabei löste er seine schwierigsten intellektuellen Probleme im Gebet.

Die Intelligenz des heiligen Thomas wurde schon sehr früh in seiner Seele durch seine Hingabe an Maria und die Liebe zur Reinheit geformt. Wie sie erwog er in der Tiefe seines Herzens jedes dornige intellektuelle Problem im Licht des Lichtes selbst, im fleischgewordenen Wort, das seine Geheimnisse nur denen vermittelt, die lieben. Bei ihm war der natürliche Instinkt jedes Kindes, das seine Mama kennen will, mit einem ebenso starken Instinkt verknüpft, sie zu lieben und sich lebendig mit ihr zu vereinen.

Keiner von uns hat auch nur annähernd die Talente des heiligen Thomas, aber jeder von uns besitzt seinen katholischen Instinkt - die Wahrheit nicht nur zu kennen, sondern sie auch zu leben. Wie er müssen wir dieses Talent durch die Hingabe an Maria entwickeln. Erstens, beten wir wie er zur Muttergottes, damit es uns gelingen möge, die Vernunft zu benützen und sich Wissen anzueignen um des Lobes, des Erfolges, oder des Sieges in einer Diskussion willen. Sie lehrt uns, all unser Wissen darauf auszurichten, Gott mehr zu lieben und ihm besser zu dienen. Zweitens bitten wir Maria, uns zu helfen, zu verstehen, warum eine Sache wahr ist und wie wir diese Wahrheit in die Tat umsetzen können. Drittens, wollen wir diese Wahrheit lieben, so wie wir Christus selbst lieben, denn Er sagte: Ich bin die Wahrheit. Viertens sollten wir sie auswendig lernen und sie in unserem Herzen bewahren.