Unserer Liebe Frau, die Braut des heiligen Geistes

02. Mai 2020
Quelle: fsspx.news

Wir empfangen den Heiligen Geist zunächst in der heiligen Taufe, dann aber vor allem im Sakrament der Firmung. Die Firmgnade gibt uns die Fülle der Gaben des Heiligen Geistes, welche unser übernatürliches Leben stärken und zur Vollendung führen. Dadurch werden wir befähigt, zu Bekennern und Soldaten Christi zu werden.

Nun aber ist es eine Tatsache, dass die hl. Firmung oft eine vorübergehende Episode des heranreifenden Christen darstellt, aber die damit verbundenen Gnaden brach liegen bleiben und dieses große Sakrament beinahe fruchtlos ist bei einer großen Menge. Ein unauslöschlicher Charakter wurde uns gegeben für alle Ewigkeit und dieses Merkmal leuchtet nicht, ist wie tot in uns? Wer kann die verborgenen Schätze heben wenn nicht die Braut der Heiligen Geistes?

Maria war gegenwärtig inmitten der Apostel, als der Heilige Geist in Feuerzungen auf sie herabkam. Die kirchliche Kunst stellt sie immer dar im Zentrum, gleichsam um anzudeuten, dass die Feuerzungen des Heiligen Geistes nur durch sie auf die anderen übergehen. Die heilige Firmung ist „unser Pfingstfest“. Und das Leben im unauslöschlichen Merkmal des Heiligen Geistes vermag unsere Seele bis zum Gipfel der Heiligkeit zu führen, wie Papst Leo XIII in seiner Enzyklika Divinum Illud lehrt.

Die erste Firmgnade ist die Befähigung zur Vollkommenheit, indem sie unsere geistlichen Energien stärkt und uns wachsen lässt zum vollkommenen Mannesalter Christi (siehe Eph, 4, 13). Der Heilige Geist erfüllt uns mit der überströmenden Fülle seiner Gaben und Gnaden, stärkt und verwandelt uns. Nun wissen wir, dass der Heilige Geist immer und ganz durch Maria wirkt. Demnach ist es logisch, dass die Gnaden und Gaben des Heiligen Geistes mich in dem Maße zum vollkommenen Christen machen, in dem ich mich unter ihren Schutzmantel stelle.

Anders gesagt, wird der Heilige Geist seine Gnaden immer dann in unsere Herzen senken, wenn wir uns ganz in die Hände der Immaculata geben. Nicht umsonst ist sie, und nur sie, die Mittlerin aller Gnaden: „Von nun an [d.i. der Menschwerdung Gottes im Schoße Mariä] sendet der Heilige Geist keine Gnade, und der Vater durch den Sohn und den Geist flößt kein übernatürliches Leben in die Seele ein, als nur durch die Mittlerin aller Gnaden – die Immaculata, mit ihrer Erlaubnis, ihrem Mitwirken. Alle Schätze empfängt sie zu eigen und verteilt sie, wem und in welchem Maße sie selber will“ (P. Maximilian Kolbe).

Auf diese Weise empfängt der unauslöschliche Charakter der heiligen Firmung eine ganz konkrete Anwendung. Man könnte sagen, das „allzu geistliche“ des Heiligen Geistes, welches sein Wirken für uns fleischgebundene Menschen so fern ins abstrakte und rein theoretische rückt, wird durch seine Braut, die Immaculata, nun konkrete, sichtbare und praktische Wirklichkeit.