Warum ist es notwendig, Maria zu kennen

25. Januar 2020
Quelle: fsspx.news

Sprachlos steht der Mensch vor den unzähligen Wundern und Geheimnissen, welche in Maria ihren Ursprung haben. Sie steht als das Meisterwerk Gottes einzig da in ihrer Vollkommenheit und Macht.

Die Kirche preist ihre Vorzüge und will, dass wir sie mehr als alle Engel und Heiligen verehren (hyperdulia). Ihre Rolle im Erlösungswerk Christi ist einzigartig: sie nimmt daran teil als neue Eva und Miterlöserin, sie wendet die Früchte der Erlösung allen ihren Kindern zu als Mittlerin aller Gnaden. So wird sie uns von Gott gegeben als die Macht, durch die sich der Mensch zuallererst bekehrt und dann als der Weg, auf dem er zu Christus kommt. Sie ist die Form Gottes, in welche unsere „Materie“ hineingegossen wird und so in ihr Gott in uns gebildet wird. Ihr verdanken wir alle unsere persönlichen Gnaden. Sie ist auch das große Zeichen am Himmel, welches das christliche Heer anführt im Kampf gegen Satan. Sie ist die Siegerin in allen Schlachten Gottes. Insbesondere aber am Ende der Zeiten steht sie da als das letzte Heilmittel, das Gott der Welt gibt. Sie offenbart sich selbst, unmittelbar durch ihre Erscheinungen, mittelbar durch besonders von ihr erwählte Werkzeuge, um ihre unvorstellbare Macht im Augenblick der furchtbarsten Angriffe des Feindes der Seelen zu beweisen. Ihr Herz wird zur letzten Zuflucht der verfolgten und bedrängten Kinder Gottes, welche treu ausharren möchten unter dem Kreuze des Herrn.

Bei einer solchen Perspektive wird einem schwindlig, wenn man bedenkt, wie große, ja grenzenlose Macht Gott einem reinen Geschöpf geben wollte. Und immer deutlicher kommt die Frage auf: Quae est ista? „Wer bist Du, dass gerade Du am Ende der Zeiten den Sieg erringen wirst? Wer bist Du, dass Du uns als Mutter gebierst, nährst, erziehst, führst und uns endlich den Sieg versprichst? Geht Deine Macht, Dein Unbefleckt-sein uns Sündern zu vermitteln, nicht über die geschöpflichen Möglichkeiten hinaus? Ja, man könnte fast angstvoll sagen: Überschreiten wir da nicht die Grenzen zwischen Gott und Geschöpf und machen aus Dir eine Art Gott, wie es der Protestantismus uns vorwirft?“

Die Lehre der Kirche gibt uns darauf eine klare Antwort: Maria ist so groß, weil sie auserwählt wurde, Mutter Gottes zu werden. Und diese Wirklichkeit hebt sie grenzenlos über alle anderen Geschöpfe hinaus. Aus dieser ihrer Sendung kommen alle anderen Privilegien, ihre immerwährende Jungfräulichkeit, ihre Unbefleckte Empfängnis, ihre Aufnahme in den Himmel. Maria hat deshalb eine so große Rolle im Leben der Kirche und jedes Einzelnen zu spielen, weil uns die Offenbarung lehrt, dass Gott es gerade so und nicht anders wollte, obwohl er tausend andere Möglichkeiten gehabt hätte, uns zu erlösen.

Man kann ohne weiteres sagen, dass je tiefer jemand eindringt in das Geheimnis Mariä, umso mehr wird er von Liebe zu ihr entflammt, desto mehr sieht er auch in ihr Gottes Großtaten und erkennt Gottes Wesen viel besser. Aber vor allem lebt er dann auch immer mehr gemäß dem Willen Gottes und erhält von dieser betrachtenden Liebe die Kraft, diese Sendung zu leben.

Aus diesem Grunde konnten die Heiligen nie genug Maria preisen, ihre Herrlichkeiten betrachten, und die ganze Bedeutung ihres Wesens und ihrer Sendung theologisch durchforschen. Maximilian Kolbe wollte, dass die Städte der Immaculata zu Universitäten und marianischen Akademien werden, welche die Größe Mariä immer mehr herausarbeiten zur größeren Verherrlichung Gottes und zum allergrößten Nutzen für die Seelen.