In Benin kämpft die Kirche gegen die sogenannte „Familienplanung“
Während in Benin Ende September 2023 die nationalen Konferenzen über Demografie und Entwicklung beginnen, hat die dortige Bischofskonferenz interveniert, um ihre kategorische Ablehnung jeglicher Idee einer Bevölkerungsbeschränkung zu bekräftigen. Im Blickpunkt standen dabei die Verpflichtungen, die Benin – unter dem Druck westlicher NGOs – in Bezug auf die Familienplanung bis 2030 eingegangen ist.
„Warum sagt man nicht von Indien, das allein mit seinen 1,4 Milliarden [Einwohnern] praktisch die Bevölkerung von ganz Afrika ausmacht, dass es überbevölkert ist, behandelt aber Afrika als so überbevölkert, dass man dort die Bevölkerung reduzieren muss?“. Diese Frage von Pater Nathanaël Soédé ist absolut berechtigt, da die Behörden in Benin im September 2023 die „Assises sur la démographie“ (Konferenzen zur Demografie) stattfinden ließen.
Pater Soédé erklärt: „Die Kirche möchte einen Bruch mit den Vorurteilen und Vorfestlegungen, die wir sklavisch übernehmen sollen, [und sie will] das Bewusstsein dafür schaffen, dass wir in Wirklichkeit gar nicht so zahlreich sind und nur arbeiten müssen, um die Erde bei uns zu Hause umzuwandeln.“
Der Geistliche, der dem „Catholic Christian Observatory of Governance“ (OCCG) vorsteht, das von den beninischen Bischöfen mit der Vorbereitung der Konferenzen zur Demografie beauftragt wurde, hat am 12. September 2023 ein Memorandum vorgelegt, das das Ergebnis einer mehrwöchigen Arbeit ist. Pater Eric Okpeitcha, stellvertretender Generalsekretär der Bischofskonferenz von Benin, dazu: „Das Ziel der Kirche ist es, die Gläubigen darauf vorzubereiten, die Herausforderungen der Debatte zu verstehen, damit sie sich eine eigene Meinung bilden können.“
Das Memorandum will dem Trugschluss, dass die Entwicklung der afrikanischen Länder und insbesondere Benins durch eine Beschleunigung des demografischen Wandels mittels Verhütung und Abtreibung erreicht werden kann, den Boden entziehen: „Entwicklung durch Produktion und nicht durch Bevölkerungsreduktion; lassen wir nicht zu, dass die afrikanische Familie auf ihrem eigenen Land verhöhnt wird. Jeder Diskurs über Entwicklung, der die Reduzierung der Bevölkerung vorschlägt, ist trügerisch“, warnt Pater Soédé. Die vom OCCG veröffentlichte Textsammlung enthält ein Dutzend Empfehlungen für Regierende, Entscheidungsträger und alle beninischen Bürger.
Kurz gesagt geht es darum, sich vom Paradigma eines säkularisierten Westens zu befreien, indem man daran erinnert, dass „jede Entscheidung, die die Bevölkerungsdynamik in Benin betrifft, auf den Menschen mit seiner kulturellen Sensibilität, seiner Spiritualität und seinen Entwicklungsbestrebungen ausgerichtet sein muss.“
Die Aufgabe der katholischen Kirche ist schwer, denn Benin hat sich gegenüber „Planning Familial“, einem Ableger der International Planned Parenthood Federation (IPPF) verpflichtet, die Prävalenzrate moderner Verhütungsmittel bei allen Frauen von heute 11,7 Prozent auf 18 Prozent im Jahr 2026 zu erhöhen. Diese Versprechen will die beninische Regierung relativieren, um die Polemik zu entschärfen. „Die Regierung hat nicht gesagt, dass sie die Geburten begrenzen wird“, beharrt man offiziell.
Aristide Gonsallo, Bischof der Hauptstadt Porto-Novo, ist über diese Aussage verwundert. „Ist es wahr, dass die Prioritäten heute in Afrika im Allgemeinen die Gender-Ideologie, der Import unnatürlicher Praktiken, die Sexualisierung der Schule und die Reduzierung der Bevölkerung sind?“, fragte der Prälat am 31. Juli, dem Vorabend der Feierlichkeiten zum Unabhängigkeitstag Benins, ironisch.
Für den Religionssoziologen Professor Dodji Amouzouvi ist die Frage der Geburtenbeschränkung nicht der richtige Weg. Seiner Meinung nach sollte man eher „versuchen herauszufinden, ob wir in Benin ein Problem mit der Überbevölkerung oder eher mit der unvorteilhaften Verteilung der Bevölkerung auf dem Territorium haben.“
(Quellen: La Croix Africa/Planning Familial – FSSPX.Actualités)
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