Indonesische Katholiken bleiben standhaft und werden belohnt

Quelle: FSSPX Aktuell

Kardinal Ignatius Suharyo Hardjoatmodjo

Auf der Insel Java (Indonesien) hat die katholische Minderheit eine neue Pfarrkirche eingeweiht, die am 11. Juni 2023 vom Erzbischof von Jakarta geweiht wurde. Dieses Ereignis markiert eindrucksvoll den Höhepunkt eines 26-jährigen Kampfes gegen indonesische Muslime, deren Geist der „Toleranz“ in den westlichen Medien gerne überschwenglich gepriesen wird.

Indonesien hat 270 Millionen Einwohner, von denen eine Minderheit Katholiken sind – etwas mehr als drei Prozent – und eine muslimische Mehrheit von 88 Prozent, was das Land zum bevölkerungsreichsten muslimischen Land der Welt macht. 

Der indonesische Islam wird in den westlichen Medien gerne als „gemäßigt“ dargestellt, da die offizielle Doktrin des Archipels - die Pacansila [„Fünf Prinzipien“ (Sanskrit)] – auf den fünf Säulen der nationalen Ideologie und Verfassung der Republik Indonesien „Glaube an Gott, eine gerechte und zivilisierte Menschheit, nationale Einheit, Demokratie und soziale Gerechtigkeit“ beruht. 

Doch die Realität scheint etwas komplizierter und weniger plakativ zu sein, denn die Katholiken in der Provinz Banten am westlichen Ende der Insel Java mussten 26 Jahre mit der örtlichen muslimischen Verwaltung ringen, um die für den Bau ihrer Kirche erforderliche Baugenehmigung zu erhalten. Denn seit 1992 wurde in Pinang die Sonntagsmesse in den Klassenzimmern einer Schule gefeiert, weil die örtlichen Islamisten alles daran setzten, die Katholiken am Bau eines würdigen Gotteshauses zu hindern. 

Schlimmer noch: Als 2013 ein Grundstück erworben und endlich eine Baugenehmigung für den Bau der Kirche erteilt werden konnte, wurden von muslimischen Gruppen Demonstrationen organisiert, die so weit gingen, dass die örtliche Verwaltung zurückruderte und das Bauprojekt plötzlich und zwangsweise stoppte. 

Es bedurfte offenbar jedoch mehr, um die Tausenden von Gläubigen zu entmutigen, die an den Sonntagsmessen teilnahmen, die oft unter freiem Himmel und unter Polizeischutz abgehalten wurden. Bis dann doch endlich Ende Dezember 2022 eine neue Baugenehmigung wie ein Weihnachtsgeschenk erteilt wurde.

Die anschließenden Bauarbeiten gingen zügig voran und am 11. Juni konnte der Erzbischof von Jakarta, Kardinal Ignatius Suharyo, die Kirche unter dem Patronat der heiligen Bernadette in Anwesenheit von mehr als zweitausend Gläubigen einweihen. „Diese lange Geschichte des Kampfes spiegelt unsere Ausdauer wider“, sagte der Primas des Archipels in seiner Predigt und fügte hinzu: „Möge die Existenz der Kirche der Heiligen Bernadette ein Symbol der Gnade Gottes für die gesamte katholische Gemeinschaft sein. Möge sie unseren christlichen Glauben stärken und viele Wohltaten für die Gläubigen mit sich bringen.“

Alles in allem ein schönes Beispiel für die Hartnäckigkeit überzeugter und glaubensfester Katholiken, die zwar in der Minderheit waren, aber dennoch handelten und beteten, ohne aufzugeben.