Die Kirchenspenden in der Schweiz verringern sich drastisch

Um 40 Prozent sind die Spenden an die Protestantische Kirche Genf (EPG) in den letzten sechs Jahren zurückgegangen. Dieser dramatische Rückgang könnte die EPG dazu zwingen, ihre Struktur zu überdenken. Denn im Gegensatz zu den anderen Kirchen in der Romandie finanziert sich die Protestantische Kirche Genf nur durch Spenden ihrer Mitglieder und verschiedene Stiftungen. Auch die katholische Kirche verzeichnet einen Rückgang der Spenden. 

Joël Rochat, Schatzmeister der EPG, erklärte am 14. Oktober 2022, dass die EPG allein in 2021 9,1 Millionen Franken für ihre Mitarbeiterlöhne ausgegeben hätte. Das entspräche drei Vierteln ihres Budgets, während die Spenden in diesem Jahr nur 8,7 Millionen betragen. „Unsere Gemeindemitglieder werden immer älter und weniger“, stellt Generalsekretär Stefan Keller fest. 

Silvana Bassetti, Informationsbeauftragte der römisch-katholischen Kirche in Genf (ECR), berichtet der Schweizer Nachrichtenagentur cath.ch, dass die Spenden im Jahr 2021 um 335.000 Franken gegenüber 2020 zurückgegangen sind. „Seit etwa fünf Jahren ist die Zahl der Spender rückläufig“, erklärt sie. Trotzdem führten die Erträge aus Anlagen und ausserordentlichen Erträgen (insbesondere aus Legaten) sowie die Immobilienerträge zu einem positiven Endergebnis von 2,7 Millionen Franken im Jahr 2021. Für 2022 legte der Vorstand jedoch ein Budget mit einem Defizit von 945.000 Franken vor. Das Betriebsergebnis des dritten Quartals 2022 wies ein Defizit von 1.450.000 Franken auf. 

Silvana Bassetti: „Die Betriebskosten entsprechen dem Budget, ebenso wie die Immobilienergebnisse. Generell sind jedoch die Spenden und Beiträge stark rückläufig.“ Auch die Finanzanlagen zeigen eine schlechte Performance: Das Ergebnis im dritten Quartal lag um 600.000 CHF unter dem Budgetplan.