Offizielle Eröffnung der Schweizer Botschaft beim Heiligen Stuhl
Gebäude der Schweizerischen Botschaft in der Nähe des Heiligen Stuhls, Via Crescenzio
Der eidgenössische Bundesrat Ignazio Cassis hat am Mittwoch die Schweizer Botschaft beim Heiligen Stuhl offiziell eröffnet. Die Vertretung, die sich auch um die Beziehungen zu Malta und San Marino kümmern wird, soll „die Verfolgung grundlegender gemeinsamer Ziele ermöglichen“.
Der Schweizer Außenminister gab einen historischen Rückblick: „1597 war die Apostolische Nuntiatur in Luzern eine der ersten, die jenseits der Alpen eingerichtet wurde - und sie war auch die zweite ausländische Vertretung, die in der Schweiz eröffnet wurde. Die Schweiz ihrerseits ist erst seit 1991 beim Heiligen Stuhl vertreten.“ Der Tessiner erinnerte daran, dass die diplomatischen Beziehungen zum Heiligen Stuhl von 1873 bis 1920 im Rahmen des „Kulturkampfes“ unterbrochen wurden und erst unter einem anderen Tessiner Bundesrat, Giuseppe Motta, wieder aufgenommen wurden. „Es ist eine große Ehre für mich, 103 Jahre später den Kreis der Geschichte zu schließen, indem ich die Botschaft eröffne“, schloss er.
Bereits im Mai hatte der Vertreter des Vatikans für auswärtige Angelegenheiten, Erzbischof Paul Gallagher, gemeinsam mit Cassis, dem damaligen Präsidenten der Schweizerischen Eidgenossenschaft, den Zugang zum Gebäude in der Via Crescenzio eröffnet. Im September nahm die Botschaft übergangsweise ihren Betrieb auf der Piazza del Popolo im Zentrum von Rom auf, bevor sie an ihren derzeitigen Standort umzog.
Der Schweizer Außenminister unterzeichnete mit Kardinal Pietro Parolin, dem Staatssekretär des Vatikans, eine Eröffnungsurkunde. Parolin, der auch die Räumlichkeiten segnete, betonte die freundschaftlichen Beziehungen zwischen der Schweiz und dem Heiligen Stuhl. Er lobte insbesondere die Schweizergarde, die seit 1506 die militärische Schutztruppe der Päpste ist.
Die Eröffnung ist eine gute Gelegenheit, um auf einige Zahlen hinzuweisen. So bezeichnen sich 33,7 Prozent der in der Schweiz ansässigen Personen als römisch-katholisch, während 21,8 Prozent den protestantischen Konfessionen angehören.
Nuntius Giovanni Battista Agnozzi, der 1874 während des „Kulturkampfes“ unter Pius IX. aus der Schweiz ausgewiesen wurde
(Quellen: RTS/katholisch.de/InfoCatolica – FSSPX.Actualités)
Illustration 1: © Département fédéral des affaires étrangères DFAE
Illustration 2: Lucerne central and university library (building), CC BY 4.0, via Wikimedia Commons