Bischof Schneider: Wiederherstellung der Gerechtigkeit für die FSSPX

Quelle: Distrikt Deutschland

Bischof Schneider steht seit Jahren positiv der Arbeit der Priesterbruderschaft St. Pius X. (FSSPX) gegenüber. An diesem Wochenende schlug er die Idee einer Wiederherstellung der Gerechtigkeit nach 40 Jahren vor.

Vor kurzem hat Bischof Athanasius Schneider verschiedenen Medien Interviews gegeben und eine klare Stimme erhoben zu dem Wirbel über die Kontroverse in Rom. Indem er die Gedanken vieler Menschen ausdrückte, verglich er die Kirche heute mit der Kirche zur Zeit der arianischen Krise. Bischof Schneider war zudem der von Rom beauftragte Visitator der Seminare der FSSPX und er ist ein Verteidiger der traditionellen Lehre der Kirche nach der Veröffentlichung von Amoris Laetitia.

In einem Interview vom vergangenen Samstag mit der katholischen französisches Zeitschrift Présent diskutierte Bischof Schneider viele dieser Themen. Von besonderem Interesse sind Aussagen, in denen er sagte, dass der Heilige Stuhl eine Verpflichtung zur Wiederherstellung der Gerechtigkeit gegenüber der FSSPX habe und wie der Heilige Stuhl dieser Verpflichtung nachkommen könne. Lesen Sie unten einen Auszug aus diesem Interview.

Bischof Schneider: Rom sollte Gerechtigkeit schaffen

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Présent: Der Heilige Vater hat seine Erlaubnis für die Priester der Bruderschaft St. Pius X. verlängert, die Beichte über das Jahr der Barmherzigkeit hinaus zu hören. Sehen Sie das als eine wichtige Entscheidung?

Bischof Schneider: Ja, natürlich, und ich bin sehr glücklich darüber! Es ist eine sehr pastorale, sehr barmherzige Geste und meiner Meinung nach eine der wichtigsten Gesten des Pontifikats von Papstes Franziskus. Es ist ein Schritt voran im Prozess der kanonischen Integration dieser kirchlichen Wirklichkeit, die seit 50 Jahren existiert und die offensichtlich spirituelle Früchte trägt. Viele junge Familien, die sich der Priesterbruderschaft St. Pius X. angeschlossen haben, lieben die Kirche und beten für den Papst, wie ihre Vorfahren es vor ihnen getan haben.

Die Kirche umfasst verschiedene Häuser, verschiedene Spiritualitäten. Nur diejenigen, die der Priesterbruderschaft feindlich gesinnt waren, setzten übertriebene Forderungen. Johannes XXIII. und Paul VI. bestanden stets auf dem pastoralen Charakter des Konzils. Wenn es der FSSPX schwerfällt, bestimmte Dokumente des Vatikanischen Konzils zu akzeptieren, müssen wir uns an den Kontext des pastoralen Ziels des Konzils halten. Das Dogma hat sich nicht verändert. Wir haben denselben Glauben. So gibt es kein Problem mit einer kanonischen Integration der Priesterbruderschaft St. Pius X.

Présent: Sie gehörten zu den Vertretern des Vatikans, die gesandt wurden, um die Seminare und Priorate der Bruderschaft zu besuchen. Was scheint Ihnen eine mögliche Lösung für die kontroversen Positionen?

Bischof Schneider: Eine Personalprälatur wäre perfekt für die Realität der FSSPX und ihrer Mission geeignet. Ich bin überzeugt, dass Erzbischof Lefebvre diese offizielle kirchliche Struktur und die Anerkennung des Apostolates durch die Kirche mit Freude und dankbar anerkennen würde.

Es wäre nur die sehr verspätete Wiederherstellung der Gerechtigkeit, nach der ungerechten Unterdrückung der FSSPX durch den Heiligen Stuhls im Jahre 1975. Damals legte Erzbischof Lefebvre Berufung ein. Die Errichtung einer Prälatur wäre eine Möglichkeit, die Berufung Erzbischof Lefebvres 40 Jahre später zu akzeptieren.

Was die Bruderschaft angeht, kann sie nicht hundertprozentige Garantien verlangen, das wäre unrealistisch: Wir sind auf Erden, nicht im Himmel! Es würde einen gewissen Mangel an Vertrauen in die Vorsehung verraten.

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Unser Kommentar:

Wir stellen hier erneut die Erklärung des Generaloberen Bischof Bernard Fellay vor, der im vergangenen Oktober 2016 eine Vereinbarung folgendermaßen kommentierte:

 

Beschäftigen Sie sich nicht ständig mit diesen Fragen: „Wird es eine Vereinbarung geben oder nicht?" Ich weiß es selbst nicht. Wir werden sehen! Wir wollen nicht aufgeben, mit der Gnade Gottes. Möge Er uns zur Hilfe kommen! Aber nach und nach sehen wir, dass die Arbeit, die wir im Laufe der Zeit erreicht haben, diese Krise, dass sie den ‚kleinen Rest‘ weckt. Lassen Sie uns in dieser Intention beten. Und zum Abschluss, ein großes Dankeschön an Erzbischof Lefebvre! Wir müssen ihm sehr dankbar sein und ihn nicht vergessen. Und danke auch allen, die diese Arbeit unterstützen, auch euch, liebe Gläubige.

 

Quelle: La Porte Latine. Offizielle Website des französischen Distrikts der FSSPX.